Hatte Bürgermeisterin Gerlinde Stier bei der Bürgerversammlung am Sonntag die Kosten für die Erweiterung des Kindergartens noch auf 550 000 Euro geschätzt, folgte in der Ratssitzung am Dienstagabend eine Korrektur nach oben: Rund 634 000 Euro würden bei 510 Quadratmeter Erweiterungsfläche anfallen.

Ausschlaggebend für höhere Kosten waren die Forderungen der Fachberaterin der evangelischen Landeskirche und der Sachberaterin der Regierung von Unterfranken, dass ein zweiter Beratungsraum nötig sei. Also werden bei der Erweiterung jetzt zwei Intensivräume eingeplant, „die aber voll gefördert werden“, wie die Bürgermeisterin nachschob.

Als weitere Neuerung ergibt sich eine Abgrenzung des Essensbereichs. Die Gemeinde wird bei den Bauarbeiten mindestens 70 Prozent staatlichen Zuschuss erhalten. Da dieser von der Finanzkraft abhängt, hofft Kleinlangheim sogar auf 75 Prozent Förderung, „womit wir bei einem Kostenanteil von etwa 220 000 Euro wären“, rechnete die Bürgermeisterin vor.

In der Diskussion wurden auch die Aussichten für die kommenden Jahre angesprochen, falls der Babyboom anhalten sollte. „Dann werden wir noch ein Modul anhängen“, schlug die Bürgermeisterin vor. Der Bauantrag der Gemeinde zur Erweiterung des Kindergartens wurde einstimmig befürwortet.

Ferienbetreuung geplant

Eine Ferienbetreuung für Schüler der ersten vier Klassen soll es ab 4. September geben. Nach Rücksprache mit Vertretern des Schulverbandes könnte nun in Kleinlangheim eine Ferienbetreuung von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 Uhr und am Freitag von 7.30 bis 15 Uhr in der Schule mit dem Personal des Schulverbandes angeboten werden. Bei Ganztagsbetreuung würde ein kleines Mittagessen angeboten. Nach einiger Diskussion einigte man sich im Rat darauf, in der Ganztagsbetreuung pro Woche 75 Euro (Auswärtige: 100 Euro) und halbtags ohne Essen 40 Euro (65) zu verlangen.

Beschwerdebrief der Eltern

Erneut gab es ein Nachspiel: Hatte sich die Bürgermeisterin in der Sitzung im Februar gegen im Dorf kursierende Parolen verwahrt, sie würden Entscheidungen in Sachen Ferienbetreuung allein treffen, so ging es am Dienstagabend um einen Beschwerdebrief von Eltern zur Mittagsbetreuung und Hausaufgabenüberwachung und um die Aussagen von Eltern,„dass die Bürgermeisterin was unter den Tisch kehren würde“. Diese las ihr Antwortschreiben zum Brief der Eltern vor, in dem auch stand, dass die Zahl der Schüler in der Mittags- und Hausaufgabenbetreuung von 17 auf 45 gestiegen sei.

Gemeinderat Wolfgang Friedel sagte dazu, dass er bei Eltern wegen der Betreuung nachgefragt habe, „von denen einige nicht zufrieden waren und ich habe weitergegeben, was die Eltern vorbrachten und mich um einen gemeinsamen Termin bemüht“. Zum Ausdruck „unter den Tisch kehren“ äußerte Friedel, dass er nichts dergleichen gesagt habe. Der Disput endete friedlich: Die Bürgermeisterin erklärte, dass die Eltern, die den Beschwerdebrief unterschrieben haben, sich bei ihr entschuldigt haben „und damit ist der Fall für mich erledigt“.