Einstimmig abgelehnt wurde in der Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates am Dienstagabend im VfL-Sportheim die Erneuerung des Stromnetzes in der Grundschule. Die wäre für den Neueinbau einer stationären Luftreinigungsanlage notwendig, würde aber rund 60 000 Euro kosten. Da die Stromnetzerneuerung in der Schule bei der notwendigen Generalsanierung der Schule eine Rolle spielt und aufgrund der genannten Kosten fand die derzeitige Netzsanierung keine Zustimmung.

Bürgermeisterin Gerlinde Stier verwies darauf, dass die Gemeinde für die Installation einer solchen Lüftungsanlage zuständig ist und sich auch die Verantwortlichen des Schulverbands mit dieser Thematik auseinander setzten. Die seien sich einig gewesen, dass mobile Geräte aufgrund der negativen Erfahrungen in anderen Schulen, vor allem wegen des Geräuschpegels, abzulehnen seien. Zwar gebe es eine 90-prozentige Förderung für stationäre Anlagen bei einem Kostenfaktor von rund 10 000 Euro pro Gerät, "aber notwendig ist ein ausreichendes Stromnetz und unseres in der Grundschule ist veraltet".

Zweifel, ob Geräte "das bringen, was erwartet wird"

Eine Überprüfung habe ergeben, dass Investitionen in der genannten Höhe notwendig würden, um dass Stromnetz wieder auf Vordermann zu bringen. Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr neue Fenster eingebaut wurden, die es ermöglichen, "coronagerecht" zu lüften, "weshalb ich in diesem Fall keine sinnvolle Investition sehe". Zudem seien Eltern skeptisch, falls Kinder vor einem Lüftungsgerät sitzen müssten. Werner Krauß äußerte Zweifel, ob die Geräte "das bringen, was erwartet wird, die neuen Leitungen sind zudem zu teuer".

Einstimmig beschlossen wurde der Neuerlass einer Satzung über die Erhebung von Verwaltungskosten für Amtshandlungen im Wirkungskreis der Marktgemeinde Kleinlangheim. Dabei geht es in der Hauptsache um die Verwaltungsgebühren. Die Aktualisierung der Satzung wurde auch notwendig, da die bisherige Fassung aus dem Jahr 1994 stammt und in D-Mark notiert war. Ebenso geschlossen stimmte das Ratskollegium für den Neuerlass der Geschäftsordnung des Marktgemeinderates hinsichtlich der Nutzung des Ratsinformationssystems. Die Ratsmitglieder haben nun die Möglichkeit, das Info-System komplett zu nutzen, Informationen digital weiter zu geben oder Sachvorträge ausdrucken zu lassen, zudem werde Papier gespart.

Pro und Contra einer Bürger-App

Vom Besuch der Messe "Kommunal" berichtete die Bürgermeisterin. Dabei sei es auch um eine eventuelle Bürger-App unter dem Titel "heimat info" gegangen, für die auch ein Angebot vorgelegt worden sei, das zunächst kostenlos sei und ab dem kommenden Jahr 50 Cent pro Einwohner koste. Als Vorteile einer Bürger-App sah sie die Aktualität und die jederzeitige Abrufbarkeit "und diese Info-Möglichkeit wäre auch gut für Neubürger und das Wissen über Vereine und deren Trainings- und Übungsmöglichkeiten". Werner Krauß hielt einer Bürger-App entgegen, dass die Vereine die Web-Seite der Gemeinde pflegen "und unsere Homepage ist gut aufgebaut". Maria Wallrapp sah ein "Zuviel der Apps".

Man einigte sich im Rat darauf, dass die Kleinlangheimer Bürgermeisterin erst mit dem Großlangheimer Bürgermeister Peter Sterk und dem Wiesenbronner Bürgermeister Volkhard Warmdt zwecks Interesse an einer solchen App reden soll. Falls das der Fall sein sollte, "werden wir die Sache weiter verfolgen", was einhellig befürwortet wurde.