Bei den Bewohnern in der Hans-Gernet-Straße in Buchbrunn herrschte Unmut seit Nebenerwerbslandwirt Michael Friederich im Gemeinderat darüber informierte, östlich des Wirtschaftsweges nach Kitzingen eine Maschinenhalle zu errichten.

In der Hans-Gernet-Straße wurden seit 2000 zahlreiche Wohnhäuser errichtet, die überwiegend einen weitreichenden Blick ins Maintal erlauben. Diesen Blick hatte der damalige Bürgermeister Hans Friederich, verstorbener Vater des Bauherrn, beim Verkauf der Baugrundstücke als "unverbaubar" bezeichnet und damit für den Eigenheimbau geworben.

Nun sahen sich die Bürger mit einem Vorhaben konfrontiert, das sie in Schreiben an Landrätin Tamara Bischof und an den Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) in Kitzingen, Gerd Düll, sowie Bürgermeister Hermann Queck als überdimensioniert beschrieben.

Solaranlage darf nicht der Grund für Hallenbau sein

Wie Bauherr Friederich in der Sitzung des Gemeinderates am 25. Februar bekannt gab, soll die mit einem Satteldach in Nord-Süd-Richtung 50 Meter lang und 20 Meter breit werden.

Bereits in der Sitzung tauchte der Begriff "Privilegierung" auf, der an sich fachlich ungebräuchlich ist. Heinz Herold vom ALEF erklärte das Verfahren auf Nachfrage, dass ein Vorhaben immer einzeln betrachtet und bewertet werde. Das ALEF prüfe auf der Grundlage des Baugesetzbuchs ob überhaupt Landwirtschaft betrieben wird und ob eine Halle der angegebenen Größe dazu erforderlich und damit dem Bedarf angemessen ist. Sie müsse als landwirtschaftliches Gebäude mit großen Toren und ohne Fenster ausgeführt sein. Eine Solaranlage, wie von den Bürgern erwartet, dürfe installiert werden, der Hallenbau dürfe aber nicht der Grund für eine Solaranlage sein.

Weiter müsse der Standort für den Betrieb sinnvoll gelegen sein, mehrere verstreut liegende Standorte eines Betriebes sollen vermieden werden.

Fairer Umgang und korrektes Verhalten auf beiden Seiten

Noch in der Gemeinderatssitzung hatte Friederich auf Nachfrage des Bürgermeisters Gesprächsbereitschaft hinsichtlich des Standortes und der Bauausführung signalisiert. Dieses Gespräch zwischen Anwohnersprecher Markus Haupt und Michael Friederich hat dieser Tage stattgefunden und wird von beiden Seiten als überaus positiv und konstruktiv bewertet.

Haupt erklärte, die Maschinenhalle solle zwar auf der gleichen Fläche, aber wesentlich abseits des Wirtschaftsweges gebaut werden und stehe damit nicht mehr im unmittelbaren Blickfeld. Friederich bestätigte den veränderten Standort, den er in Kürze dem Gemeinderat vorstellen will. Es sei ihm zu keinem Zeitpunkt um Konfrontation gegangen, der Gegenwind aus den Reihen der Anlieger habe ihn daher überrascht.

Bürgermeister Queck unterstrich das beiderseits korrekte Verhalten und den fairen Umgang miteinander. Friederich habe sein Vorhaben vorgestellt und die Bürger dazu mit ihren Möglichkeiten ihren Standpunkt deutlich gemacht. Dann habe man sich, wie von Michael Friederich angeboten getroffen, über das Vorhaben gesprochen und sich einvernehmlich auf eine Lösung geeinigt.