Nach wie vor gilt in Marktbreit für die Entscheidung zwischen offener Ganztagsschule und der Mittagsbetreuung: "Es gibt noch viel Diskussionsbedarf." Das sagte der Vorsitzende des Grundschulverbands Marktbreit, Harald Kopp, in der jüngsten Verbandssitzung. Damit hat sich gegenüber einer Sitzung im Dezember 2019 eigentlich nichts verändert.

Damals wurde nach längerer Information und Diskussion eine Entscheidung vertagt: Die Kommunalwahlen standen kurz bevor, Wechsel in Bürgermeisterämtern galten als sicher, da wollte man einer Entscheidung nicht vorgreifen.

Und nun, über ein Jahr später? Hat sich eigentlich nichts geändert. "Die Verwaltung ist dran", sagte Vorsitzender Kopp, doch "wir haben an einem Bein Corona, am zweiten Bein die Digitalisierung, am dritten Bein die offene Ganztagsschule und am vierten Bein die Personalknappheit in der Verwaltung."

Und ehe eine Entscheidung falle, da sollten die Eltern umfassend informiert werden, sollte unter ihnen eine Umfrage stattfinden und dann die Umsetzung erfolgen. Corona machte allerdings, das bestätigte auch Rektorin Brigitte Ertl, eine Elterninformation unmöglich. Denn die sollte eigentlich in Präsenz stattfinden, um auch gleich konkrete Fragen beantworten zu können. All das ist nun digital und online geplant, braucht aber Zeit zur Umsetzung.

Bis dahin, so die Rektorin, ist für Schülerbetreuung gesorgt, es gebe ausreichend Plätze für alle Kinder, die dies wünschten, in der Mittagsbetreuung. Auf die Frage von Marion Frischholz nach einem konkreten Zeitplan gab es keine Antwort. Marktstefts Bürgermeister Thomas Reichert schlug vor, bis Ende des dritten Quartals eine Elternbefragung durchzuführen, um bis Ende des Jahres den Rücklauf daraus zu bekommen. Mehr als ein Signal an die Eltern ist das dann aber auch nicht.

Digitale Ausstattung

Die Digitalisierung spielte am Donnerstag nicht nur beim Grundschul-, sondern auch beim zuvor tagenden Mittelschulverband eine große Rolle. Insgesamt investiert die Mittelschule über 133 000 Euro, die Grundschule gar 200 000 Euro in Baumaßnahmen, etwa Verlegung von Glasfaserkabel, in Geräte für Schüler, Lehrer und die Ausstattung von Klassenzimmer. "Wir sind auf dem Weg, es wird gebaut", sagte Rektorin Ertl, "aber immer nur in den Ferien."

Die Zahl der Grundschüler ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben und beträgt 248. Der durch sonstige Einnahmen nicht gedeckte finanzielle Bedarf beläuft sich im Grundschulverband auf knapp 600 000 Euro. Davon entfallen auf Marktbreit für 106 Schüler 255 000 Euro, auf Marktsteft mit 71 Schüler 171 000 Euro, auf Obernbreit mit 44 Schüler 106 000 Euro und auf Segnitz mit 27 Schüler 65 000 Euro.

Schülerzahl gestiegen

Erfreulich sei die Entwicklung der Schülerzahl im Mittelschulverband, die von 67 auf 82 im Planjahr angestiegen ist. Der durch sonstigen Einnahmen nicht gedeckte Bedarf beläuft sich hier auf 346 000 Euro, wobei Marktbreit mit 18 Schülern 76 000 Euro zahlen muss, Marktsteft mit 23 Schülern 97 000 Euro, Martinsheim mit 13 Schülern 55 000 Euro, Obernbreit mit neun Schülern 38 000 Euro, Segnitz mit fünf Schülern 21 000 Euro und Seinsheim mit 14 Schülern 59 000 Euro. Die Haushalte beider Verbände wurden jeweils einstimmig genehmigt.