Max hat gute Augen. Er übersieht nichts. Schon gar keine Schnecke. Egal, ob die ein Haus hat oder nicht. Das wird beim kreativen Waldspaziergang auf dem Schwanberg klar. Bei dem wird nicht nur beobachtet. Es gibt Ideen, wie man Kinder in Bewegung bringt – einfach in der Natur, ohne Spielzeug. „Singzwerge und Tanzmäuse“ heißt der Kurs aus dem Angebot für Familien mit Kindern bis zu drei Jahren.

Dahinter steht das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen und hier das Sachgebiet Ernährung und Haushaltsleistungen. Das ist wiederum in das Netzwerk „Junge Eltern/Familien mit Kindern bis zu drei Jahren“ eingebunden. In dem werden Angebote und Programme für die Zielgruppe entwickelt.

Ein Teil dieser Zielgruppe trifft sich auf dem Parkplatz am Schwanberg. Heilerzieherin Claudia Dörr wartet schon. „Die Natur ist der schönste Erlebnis- und Entdeckungsraum für Kinder“, sagt sie und sie hat nicht nur neue Bewegungsideen im Gepäck, auch die Kreativität der Kleinen wird zu ihrem Recht kommen. Aber erst müssen die Buggys aufgerüstet werden. Zeit für die Fachlehrerinnen in Sachen Hauswirtschaft, Gabriele Schenk und Elisabeth Weiß. Sie erläutern, warum der Waldspaziergang in die Serie Grünes Zentrum muss.

„Die gesunde Ernährung ist eine Kernaufgabe unseres Amts“, sagt Schenk. Und nicht nur die: Ihr oberster Chef, Landwirtschaftminister Helmut Brunner, ist mit im Boot und hat das Ganze auch mit losgetreten. Seine Botschaft: Man kann nicht früh genug anfangen, einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu vermitteln. Bewusste Ernährung und tägliche Bewegung gehören dazu.

Damit ist der Ball bei der Landwirtschaftsverwaltung. Die Frauen vom Sachgebiet 2.1 sind für die Umsetzung da. Herausgekommen sind Kurse wie „Babys erster Brei“. „Eine ganz wichtige Geschichte“, findet nicht nur Silvia Appold vom Bayerischen Bauernverband. Gerade in Zeiten, in den Eltern angesichts meterlanger Regale mit Babynahrung leicht die Orientierung verlieren und viele das Kochen eher nicht gelernt haben. Aber auch Kurse wie „Zappel-Krabbel-Hits für Babys“ oder Vorträge über Impfungen und die Sprachentwicklung sind im Programm.

Dass die kostenlosen Angebote ankommen, zeigen Zahlen von Elisabeth Weiß. „Seit Mitte 2013 haben rund 650 Mamas und Papas plus Kinder an den rund 55 Veranstaltungen teilgenommen.“

Hinweise darauf gibt's im Willkommenspaket, das der Landkreis den Eltern nach der Geburt überreicht. Oder auch bei Kindergärten und Ärzten. Bei Dr. Küntzer in Kitzingen ist die Mama von Max auf die Flyer aufmerksam geworden: „Wenn es schon solche Angebote gibt, dann muss man sie auch nutzen“, sagte sie und holt den kleinen Bruder von Max aus dem Buggy. Der von Schnecken, Wanzen, Kräutern, Blumen und Erläuterungen gepflasterte Weg zum Birkensee hat nicht nur wegen des teilweise schwierigen Geländes und der kurzen Beine etwas länger gedauert. Zudem sind nicht alle Erwartungen der Kleinen erfüllt worden, die schon mit einem Esel oder wenigstens mit einem Elefanten rechneten.

Das Grüne Zentrum: Ernährung, Beratung, Bildung

Das Grüne Zentrum: 13 landwirtschaftliche Organisationen unter einem Dach – das ist das Grüne Zentrum in Kitzingen. Ein Teil: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AFELF).

Das Sachgebiet 2.1: Ernährung, Haushaltsleistungen und Bildung sind Schwerpunkte dieses Sachgebiets..

Ernährung: Die Förderung der gesunden Ernährung ist Kernaufgabe. Beratung findet auf vielen Ebenen statt. Das Amt ist Teil des landkreisweiten „Netzwerkes Junge Eltern/Familien“. Ziel: Stärkung der Elternkompetenzen bei Ernährung und Bewegung. Zwei Programme für Kinder (bis drei) werden jährlich angeboten. Ab Herbst gibt es ein Angebot für Kinder von drei bis sechs. Beratung zur Erwerbskombination. Die Beraterinnen helfen Betrieben beim Aufbau von weiteren Standbeinen (Erlebnisbauernhof, Schmanckerl-Service usw.). Beim Erlebnis Bauernhof hilft das Amt mit einem pädagogischen Konzept und vermittelt Klassen. Weiterer Schwerpunkt ist Direktvermarktung und die Qualifizierung der Landwirte dafür.

Bildung: Das Amt ist der erste Ansprechpartner für die Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Land- und Hauswirtschaft, Forst und Gartenbau. Beispiel: Der Lehrgang zur Qualifizierung in der Hauswirtschaft. Der nächste Lehrgang beginnt 2015. Daneben ist das Sachgebiet dabei bei der Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin und bei Abschlussprüfungen.

Kontakt: Thea Schlesinger Tel. (0 93 21) 30 09 131, Gabriele Schenk 30 09 131; poststelle@aelf-kt.bayern.de oder www,aelf-kt.bayern.de