Bernd Volk kann als Inhaber des Bestattungsinstituts Otto Volk seine Pläne in der Keltenstraße (Auffahrt zur Klinik Kitzinger Land) umsetzen. Danach sollen die Büros des derzeit in der Schwarzacher Straße beheimateten Unternehmens in die Räume einer ehemaligen Steuerberatungskanzlei in der Nähe des neuen Friedhofs umziehen. Zusätzlich plant Volk, ein Carport als Ausstellungsraum umzunutzen und zwei Garagen zu bauen.

Der Verwaltungs- und Bauausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag zu einer entsprechenden Voranfrage auf eine Nutzungsänderung Ja gesagt – einstimmig.

In der Sitzungsvorlage hatte die Verwaltung dem Ausschuss noch empfohlen, der Nutzungsänderung in dem per Bebauungsplan ausgewiesenen Allgemeinen Wohngebiet aus baurechtlichen Gründen nicht zuzustimmen. Im Gegensatz zu einer Steuerberatungskanzlei und anderen freien Berufe gelte ein Bestattungsunternehmen – auch wenn es die selben Räume als Büros nutze – als Gewerbebetrieb und der sei in einem solchen Gebiet nicht möglich.

Zwar gebe es die Möglichkeit, so genannte „nicht störende Gewerbebetrieben“ zuzulassen, so Christian Pohl vom Stadtbauamt. In dem zwar alten, aber noch immer gültigen Bebauungsplan, sei genau dies aber für das Gebiet zwischen Keltenstraße und Frankenweg ausdrücklich ausgeschlossen worden. Warum, sei heute nicht mehr nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar war das Stichwort für den Ausschuss. Die Mitglieder waren sich fraktionsübergreifend einig, dass Kunden eines Beerdigungsinstituts eher zur ruhigen Sorte gehören, eine Ausnahmegenehmigung möglich sein muss. Astrid Glos (SPD) hatte auf die Nachbarschaft von Sparkasse, Sonnenstudio und Bauernhof samt Kartoffelverkauf verwiesen. Franz Böhm (Pro Kitzingen) auf die vorliegenden Unterschriften aller Nachbarn zu dem Vorhaben.

Mobilfunk: Bedenken nicht geteilt

Auch die Bedenken der Verwaltung in Sachen Mobilfunk wurden nicht geteilt. Bisher habe die Stadt immer versucht, mit Hinweis auf das Allgemeine Wohngebiet Mobilfunkmasten an der Keltenstraße zu verhindern. Werde jetzt ein Gewerbe zugelassen, könnten die Argumente ins Wanken geraten, so die Bedenken.

Das sah der Ausschuss nicht so. Jede Befreiung von den Festsetzungen eines Bebauungsplans sei ein Einzelfall und gesondert zu prüfen, sagte Thomas Steinruck (KIK). Die Genehmigung des Beerdigungsinstituts oder eines Mobilfunkmastes sei ein gewaltiger Unterschied. Nach kurzer Debatte änderte Oberbürgermeister Siegfried Müller den Beschlussvorschlag von Ablehnung und Zustimmung. Die war einstimmig.