Weil die Ortsdurchfahrt von Düllstadt (B22) wegen der Dorferneuerung aktuell komplett gesperrt ist und sich dadurch der Umleitungsverkehr auf die Staatsstraße 2271 in und aus Richtung Volkach verlagert hat, stellte die Marktgemeinde Schwarzach einen Antrag auf vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen den Anschlussstellen Münsterschwarzach und Gerlachshausen. Das Landratsamt Kitzingen hat den Antrag in Absprache mit der Polizeiinspektion Kitzingen und dem Staatlichen Bauamt Würzburg abgelehnt. Bürgermeister Volker Schmitt erläuterte am Dienstag in der Gemeinderatssitzung die Details der Absage.

Während zwischen der Anschlussstelle Hörblach und Münsterschwarzach ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern besteht, darf zwischen Münsterschwarzach und Gerlachshausen wieder Gas gegeben werden. Weil der Verkehr auf der Umleitungsstrecke und damit auch der Lärm erheblich zugenommen hatte, beklagten sich Anwohner auch im Bereich der Lärmschutzwand in Gerlachshausen. Ein weiterer Grund für den Antrag der Gemeinde war das erschwerte Einfahren auf die St 2271 an den Anschlussstellen Münsterschwarzach und Gerlachshausen durch die hohe Verkehrsdichte.

Bürgermeister: Unfallrisiko habe sich erhöht

Da in Gerlachshausen Tempo 100 erlaubt ist, habe sich das Unfallrisiko dort erhöht, begründeten Schmitt und seine Mitstreiter. "Es liegen keine besonderen örtlichen Verhältnisse vor, die eine das allgemeine Risiko übersteigende Gefahrenlage darstellen", lautete dennoch die Antwort der Kreisbehörde. Insbesondere sei die Sicht an der Einmündung St 2271/KT 11 ausreichend. Seit Einrichtung der Umleitungsstrecke hätten sich keine relevanten Unfälle ereignet. Das für die Lärmberechnung zuständige Staatliche Bauamt sah keinen Anspruch auf lärmmindernde Maßnahmen, da die Wohnbebauung entweder weit von der Straße entfernt oder durch eine Lärmschutzwand geschützt ist.

"Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen", ärgerte sich Peter Kuhn. Johanna Sendners fragte offen: "Muss es denn erst einen Toten geben?" Nach der Sitzung meinte ein Gerlächshäuser Bürger enttäuscht: "Und wenn die Autobahn gesperrt wird, dann rollt noch mehr Verkehr über diese Straße."

Planungen für neue Radwegebrücke laufen

Schwarzachs Feuerwehren erhalten keine Flachwasserschubboote, wie von den Kommandanten gewünscht. Einstimmig lehnte das Gremium den Wunsch ab. Zugestimmt wurde dagegen der Anschaffung von zwei Hochwasser-Rollwägen, um bei künftigen Überschwemmungen sofort reagieren zu können. Die Rollcontainer mit Stromerzeuger kosten 44.000 Euro und werden in Stadtschwarzach stationiert.

Im Rahmen des Hochwasserschutzes müssen laut Bürgermeister Schmitt Aufschüttungen entlang des Castellbachs in der Gemarkung Düllstadt zurückgebaut werden. Im Auftrag des Landratsamtes Kitzingen wird aktuell die Wasserrückhaltungsfläche in der Nähe des Abtei-Sportplatzes ausgebaggert. Die Fläche war versandet. Das Wasserwirtschaftsamt hat das Ufer an der beim letzten Hochwasser weggeschwemmten Brücke an der Schwarzach-Mündung ausbessern lassen.

Die Planungen für die neue Radwegebrücke laufen auf Hochtouren. Eines steht jetzt schon fest: Trotz staatlicher Unterstützung wird das Projekt teuer.