In einer Sondersitzung vor Ort hat der Wiesentheider Gemeinderat nun entschieden, auf die zunächst an der Nordseite anvisierte Fotowand mit einem Motiv aus dem Steigerwald zu verzichten. Nach eingehender Beratung soll die 257 mal 7,50 Meter große Wandfläche ähnlich wie die anderen drei in der frisch renovierten Steigerwald-Mehrzweckhalle gestaltet werden. Das heißt, sie bekommt im unteren Bereich bis auf eine Höhe von 3,20 Meter eine Verkleidung mit vier Reihen Holzpaneelen.

Das restliche Stück bis zur Decke soll in weißer Farbe bleiben. Ob dort nur gestrichen wird, oder ob der Rest mit Gipsplatten bestückt wird, soll Planer Rudy Laatsch abklären. Dort soll „eine kostengünstige und effiziente Lösung“ angestrebt werden, so Bürgermeister Werner Knaier.

Eile ist geboten

Der kurzfristig anberaumte Termin zur Entscheidung wegen der Wand war notwendig geworden, weil die Erstellung eines Waldbildes samt der erforderlichen Bearbeitung einiges an Zeit beansprucht hätte. Zudem hat die ausführende Firma für die Wandplatten eine sechs- bis achtwöchige Lieferzeit plus der entsprechenden Montage veranschlagt. Bis etwa 8. Dezember hätte alles fertig sein müssen, führte Bürgermeister Knaier aus. Wenig später nämlich starten die Fußball-Turniere in der Halle.

Die Erstellung eines geeigneten Fotos hatte sich in der Vergangenheit ziemlich in die Länge gezogen, weil die zunächst vorgelegten Bilder den Räten zu unscharf erschienen, beziehungsweise die Auflösung für eine derart große Wandfläche nicht ausreichte. Eine Spezial-Kamera wäre notwendig gewesen, um das Motiv aufzunehmen. Aktuell könne man nur noch Herbst-Motive knipsen, lautete ein weiterer Einwand.

Die zuständige Innenarchitektin Barbara Brembs, die den Vorschlag mit dem Wald-Bild unterbreitet hatte, legte zwar noch einmal die Möglichkeiten aus. Doch je mehr die Räte darüber sprachen, desto klarer wurde es, dass das Wald-Bild quasi gestorben ist. Ratsmitglied Peter Fechner wies darauf hin, dass er aus der Bevölkerung „noch keine positive Meinung“ zu der Idee gehört habe.

Gemeinderat Stefan Möhringer hielt es nach wie vor für einen guten Vorschlag. Die frisch renovierte Halle bezeichnete er als „hell, nüchtern und eher kühl. Da fehlt etwas der Pfiff.“ Er bezweifelte jedoch, dass ein ordentliches Bild in der Kürze der Zeit realisierbar sei. Zudem sei eben an jener diskutierten Wand noch eine Fluchttüre, die dann „quasi als Loch im Wald“ wirken würde.

Auch Ratsmitglied Michael Rückel fand die Halle zu blass und wünschte sich einen Farbakzent. Er habe allerdings „den Glauben an das Wald-Bild verloren“, gab er zu. Rückel sprach sich stattdessen für mehrere Motive, anstelle eines großen Bildes aus. Er wies etwa auf die Fotografien von Wiesentheid hin, ähnlich wie sie in der Raiffeisenbank zu sehen sind. Ob das mittels Beamer, oder mit Banner geschehe, könne man später noch überlegen.

Einstimmig wurde schließlich das Wald-Motiv wieder verworfen. Es werde nun die Holzwand eingezogen, oben herum mit weißem Rand. Zu prüfen ist, wie dort die LED-Beleuchtung ergänzt werden kann, die an den anderen Wänden zur Abwechslung sorgt.

Im weiteren Verlauf sprachen die Räte andere Mängel an, die ihnen beim Betrachten der erst frisch hergerichteten Halle auffielen. So stießen etwa die Verschraubungen der Wandplatten auf heftige Kritik, weil sie deutlich sichtbar sind. Außerdem wurden die Steckdosen moniert, die auf den Platten montiert wurden. Die unterschiedliche Färbung der Holzplatten nannte Stefan Möhringer gar „dilettantisch.“ Die Trennwände fand Walter Rosentritt „fürchterlich! Die sehen aus, wie selber verschraubt.“

Bürgermeister Werner Knaier sagte zu dieser Kritik, dass die Halle noch nicht abgenommen sei. Zur nächsten Ratssitzung wird das zuständige Architekturbüro eingeladen, kündigte er an.