Beherrschendes Thema in den Gemeinderäten von Rüdenhausen, Abtswind und Wiesentheid ist momentan der Straßenbau. Die Stellungnahme der Gemeinde Rüdenhausen zur geplanten Anbindung der Gemeinde Abtswind an die Schnellstraße B 286 bei Wiesentheid fiel eindeutig aus, auch wenn sie kaum etwas nutzen wird. „Wir können im Grunde nichts an der Situation ändern. Es geht darum, unser Unverständnis auszudrücken, vor allem, wenn man die Historie sieht“, sagte zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Rebitzer am Mittwochabend.

Einst andere Argumente

Die Gemeinderäte um Bürgermeister Gerhard Ackermann legten in der eigens anberaumten Sondersitzung Wert darauf, dass sie nicht das Vorhaben der Nachbargemeinde blockieren oder verhindern wollen. Man wolle lediglich die Möglichkeit des Einspruchs nicht verstreichen lassen, weil den Rüdenhäusern insgesamt doch einiges aufstieß.

In Vorgesprächen vor zehn Jahren, wie auch später 2008 sei von Rüdenhäuser Seite mehrfach eine größere Planung für das gesamte Gebiet vorgeschlagen worden. Davon wollten die Behörden aber nichts wissen, man baue eine Umgehung für Rüdenhausen und nicht für die Nachbargemeinden, sei stets ein Argument gewesen.

Bereits zu der Zeit habe die Gemeinde Rüdenhausen Lösungen mit Kreisverkehr oder mit Ampelkreuzungen nicht nur an der B 286 vorgeschlagen, die damals abgelehnt wurde. Eine ampelgesteuerte Kreuzung, sowie ein Kreisverkehr für eine Bundesstraße dieser Größenordnung sei aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht möglich, hieß es. Statt dessen setzten die Fachleute bei der Rüdenhäuser Umgehung den Bau einer Brücke zur Straße nach Abtswind durch. Nahezu sämtliche Vorschläge der Gemeinde seien von den Behörden jeweils verworfen worden, steht im Entwurf der Stellungnahme, die Gemeinderat Manto Graf zu Castell-Rüdenhausen vortrug. Eine weitere Formulierung missfiel den Rüdenhäusern in der Begründung für die Notwendigkeit der Abtswinder Trasse. Darin heißt es, dass die Versorgungseinrichtungen im Süden Wiesentheids und die Gewerbegebiete von Abtswind aus nur über die Kreisstraße Abtswind-Wiesentheid zu erreichen seien. Zudem sei der Anschluss an die Autobahn ebenso nur über Wiesentheid zu erreichen, wodurch zusätzlicher Verkehr im Ortsbereich Wiesentheids entstünde.

Erster Abschnitt schon fertig

Die neue Verkehrssituation mit der Umgehung Rüdenhausens werde in keinem Satz erwähnt, monierten die Gemeinderäte. Es fehle der Hinweis, dass wie bisher die Möglichkeit besteht, von Abtswind aus über Rüdenhausen und die neue Umfahrung auf die Autobahn und zum geplanten Wiesentheider Gewerbegebiet Mähling zu gelangen. Zudem können Autos auch nach Fertigstellung der Rüdenhäuser Umgehung durch den Ort oder auf der Umgehung zur Autobahn oder nach Wiesentheid gelangen. Die Rüdenhäuser Räte änderten einige Details des in der Sitzung vorgelegten Vorschlags. Dieser wird überarbeitet und geht an die Gemeinde Abtswind.

Indes steht der erste Abschnitt der Rüdenhäuser Ortsumgehung unmittelbar vor der Fertigstellung. Es handelt sich um die Strecke zwischen der B 286 am südlichen Ortsrand und der Straße nach Wiesenbronn. Ende kommenden Jahres soll die komplette Umfahrung der Marktgemeinde unter die Räder kommen. Zwei Brückenbauwerke an den Straßen nach Greuth und Abtswind gehören dazu. 5,5 Millionen Euro kostet der Straßenbau insgesamt.