In einem beeindruckenden Primizgottesdienst stellte sich Benjamin Schimmer als junger Kaplan der Bevölkerung in Neusetz vor. Da die kleine rund 250 Jahre alte Filialkirche Mariä Himmelfahrt für alle Gottesdienstbesucher nicht ausgereicht hätte, wurde hinter dem alten Schulhaus ein großes Zelt aufgebaut, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. Niemand wollte sich entgehen lassen, wie der im Dettelbacher Stadtteil aufgewachsene Benjamin Schimmer als junger Kaplan in seiner Heimatprimiz den ersten Gottesdienst vor Nachbarn, Freunden und Bekannten zelebrierte.

Nach dem feierlichen Einzug in das Gottesdienstzelt mit eingerichtetem Altar und begleitet von den Dettelbacher Musikanten dankte Schimmer der Bevölkerung für die Begleitung, als er noch in Neusetz wohnte. In seiner Ansprache warf Pfarrer Axel Hammes (Bonn) vor Regens Peter Göttke sowie Pfarrern aus dem Dekanat die Frage auf, ob Not beten lehre. Mit Blick auf die Pandemie räumte er ein, dass sich die Reihen in den Gottesdiensten sehr gelichtet hätten. Andererseits sei aber auch kein Ansturm auf die Seelsorge erfolgt. Das gelte auch für jene, die in den Hochwassergebieten Hab und Gut verloren und oft gerade einmal ihr Leben retten konnten. Mit ihren Hilfe suchenden Gebeten hätten sie eingestanden, dass sie ihr Leben nicht selbst in Händen hielten.

Ein Mann der Tat

Das Priestertum sei Benjamin Schimmer nicht einfach in den Schoss gelegt worden. Damit unterstrich Hammes, dass er als Dozent und Mentor des jungen Priesters bei dessen inneren und äußeren Kämpfen auf dem Weg zu Christus oft gefordert gewesen sei. Er habe ihn dabei als Mann der Tat kennen gelernt, einen der einfach anpackt. Dabei habe er sein Temperament immer im Feuer des Heiligen Geistes gehalten, damit es zum Lauffeuer wird, ansteckt und nie erlischt.

In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Matthias Bielek, dass Schimmer sein Leben seit seiner Priesterweihe am 22. Mai 2021 im Kiliansdom in den Dienst Gottes stelle. Mit Blick auf die die Gemeinsamkeiten in der Jugendzeit stellte er fest, dass der eingeschlagene Weg seine Würdigung durch die große Teilnahme am Primizgottesdienst erfahre, einen Lebensweg, der vom Dienst am Nächsten geprägt sei. Schimmer habe sein Leben dieser Berufung geweiht, die Sorge um den nächsten höher bewerte als die eigene Karriere. Er zeigte sich überzeugt, dass der junge Kaplan diesen Weg des Herrn aus Überzeugung gehe. Allerdings werde seine Heimatgemeinde auf seine dauerhafte Begleitung verzichten müssen.

Gemeinsame Freude im Dorf

Begeistert von der Weihe und der Primiz merkte Arthur Harth als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates an, dass Schimmer in einem ersten Beruf als Landschaftspfleger säen und pflanzen gelernt habe und jetzt im übertragenen Sinn an den Menschen ausübe. Er wünschte ihm, dass diese Arbeit reiche Frucht bringe und er Menschen vom Glauben überzeugen und sie dafür begeistern könne. Die Vorsitzende der Kirchenverwaltung Monika Schimmel berichtete vom Werdegang des jungen Pfarrers, der einst als Ministrant begann und schließlich zum Priester geweiht wurde. Die Heimatprimiz sei nun ein Zeichen gemeinsamer Freude im Dorf. Sie überreichte ein eigens gefertigtes violettes lithurgisches Messgewand. Nach der Weihe von Fahnenbändern befestigte der Kaplan Bändern an den Fahnen der Abordnungen der Feuerwehren aus Neusetz, Schnepfenbach und Dettelbach sowie dem Sportverein und dem Frauenbund.