Als Hängepartie über Jahre hat sich die Kaiserstraße 17 in Kitzingen einen eher traurigen Namen gemacht. Nun soll die Zukunft des leer stehenden Wohn- und Geschäftshauses, das die Stadt 2012 gekauft und seither im Planungsregal liegen gelassen hat, im Stadtrat entschieden werden – bei der Sondersitzung am 1. Dezember (18 Uhr). Angestrebte Lösung: ein Anbau ans Rathaus.

Kosten sind die höchste Hürde

Das Problem mit dem Gebäude ist vergleichsweise einfach erklärt: Die Stadt als direkter Nachbar würde es gerne als Erweiterung nutzen – vor allem für das seit Urzeiten diskutierte Bürgerbüro – und mit dem Rathaus verbinden, scheute bisher aber die Kosten. Das Haus ist alt und die Stockwerke passen in der Höhe nicht zu denen des Rathauses.

Egal wie: Alleine ein Umbau würde nach alten Schätzungen rund eine Million Euro verschlingen, nach einem neuen „Kostenüberschlag“ wären 1,9 Millionen Euro alleine für die Sanierung nötig. Ein Abriss und Neubau – bis 2014 in der Überlegung – hat sich laut Hauptamtschef Ralph Hartner inzwischen erledigt. Das Landesamt für Denkmalpflege habe seine schützende Hand über das Haus gelegt – unter anderem wegen der wertvollen Holzdecken und diverser Stuckdecken.

CSU fordert zeitnahe Entscheidung

Weil trotz des Eingreifens der Denkmalpfleger vor zwei Jahren und – trotz zweimaliger, deutlicher Kritik bei den Etatberatungen 2014 und 2015 – sich nichts tat, hat die CSU-Fraktion jetzt beantragt, entweder die Erweiterung des Rathauses auf den Weg zu bringen oder das Gebäude an einen Kitzinger Investor zu verkaufen. Der will laut CSU das Haus erwerben, Einzelhandel im Erdgeschoss etablieren und die Obergeschosse der Stadt vermieten.

Der Antrag, in dem die Christsozialen ein Ende der „Hängepartie und Leerstandssituation“ fordern, scheint in der Verwaltung ein Echo gefunden zu haben. Die Beschlussvorlage für die Sondersitzung ist zumindest zielgerichtet: Die Planung für die Rathauserweiterung mit Sanierung der Kaiserstraße 17 soll danach schon 2016 vergeben werden und: „Ein möglicher Baubeginn ist für Anfang 2018 realistisch“.

Ein dicker finanzieller Brocken

Das gesamte Vorhaben ist allerdings ein dicker Brocken. Neben den 1,9 Millionen Euro für die Sanierung der Kaiserstraße 17 stehen noch 435 000 Euro für die Einrichtung des Bürgerbüros in der Nummer 15 und runde 350 000 Euro für „Anpassungsarbeiten“ vor allem zwischen Kaiserstraße 15 und 17 in einer ersten Schätzung. Insgesamt 2,7 Millionen Euro.

Trotzdem sieht die Verwaltung die Nutzung der Kaiserstraße 17 auf allen vier Ebenen als „Glücksfall“. Das Rathaus platze aus allen Nähten, sagt Hartner. Die Nummer 17 sei die einzige Chance im nahen Umfeld, um räumliche Nöte zu beenden. Nach einem ersten Entwurf sei ein Plus von 250 Quadratmetern Nutzfläche zu erwarten – und ein Aufzug zwischen den Häusern Kaiserstraße 15 und 17.