Ein Jahr lang hat Hanna Bauer immer wieder für den Landeswettbewerb „Experimente antworten“ geforscht, ausprobiert, getüftelt.

Mit Erfolg: Jetzt ist die zwölfjährige Schülerin vom Gymnasium Steigerwald Landschulheim (LSH) Wiesentheid mit einem von 54 Superpreisen in München ausgezeichnet worden.

Der Wettbewerb ist in drei Runden aufgeteilt, die im Laufe des Schuljahres stattfinden. „Jedes Mal bekommen wir ein Aufgabenblatt mit einer kleinen Geschichte und Anweisungen, die wir lösen müssen“, erklärt Hanna.

Waschmittel aus Kastanien und Nüssen

So ging es zuerst darum, aus Kastanien und Nüssen Waschmittel herzustellen. Anschließend musste unter anderem Tee-Extrakt in Geheimtinte verwandelt und aus dem Beutel eine Rakete gebastelt werden. Zum Abschluss drehte sich alles um das Thema Eis: Die Teilnehmer sollten zum Beispiel erklären, warum Eisberge schwimmen können und auf verschiedenen Wegen Sorbet zubereiten. „Die Ergebnisse habe ich mit Texten und Bildern protokolliert. Die sind dann eingeschickt worden“, erzählt Hanna.

Insgesamt wurden 3400 Arbeiten von Schülern der fünften bis zur zehnten Klasse eingereicht. Die Anweisungen sind für alle gleich – ab der achten Jahrgangsstufe müssen die Teilnehmer jedoch einige Zusatzerklärungen mit abgeben. Von Runde zu Runde würden die Aufgaben schwerer, die Jury bei der Bewertung strenger.

Alle drei Durchgänge waren ein Erfolg

Alle drei Durchgänge hat Hanna mit sehr großem Erfolg bestanden. Das ist die Voraussetzung, um vom Ministerialdirigenten Walter Gremm in der Landeshauptstadt einen Superpreis überreicht zu bekommen. „Das war schon ein tolles Gefühl“, sagt die Zwölfjährige, die nicht nur Lob und Anerkennung, sondern auch eine Minilabor-Ausstattung mit nach Hause gebracht hat.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist übrigens freiwillig. Zu Beginn des Schuljahres verteilen die Biolehrer die Aufgabenzettel; jeder der möchte, kann mitmachen. „Ein ganzes Blatt zu lösen, ist immer richtig aufwendig“, sagt Lehrer Ralf Förster. Deshalb haben die Schüler für eine Runde gut zwei Monate Zeit.

Hanna hat die Aufgaben meistens in den Ferien bearbeitet. „Ich fand die Geschichten einfach interessant und wollte wissen, wie das alles funktioniert“, sagt sie. Denn die Gegenstände, mit denen die Mädchen und Jungen arbeiten, sind zum größten Teil im Alltag zu finden, die Phänomene sind realitätsnah. Enthält der Versuchsaufbau manchmal doch speziellere Materialien, bestellt die Schule sie für die Teilnehmer.

Tipps werden gegeben, die Lösung aber nicht verraten

„Ansonsten haben wir als Lehrer nur eine betreuende Funktion“, so Förster. Sie beantworten zwar Rückfragen, experimentieren müssen die Schüler aber alleine. „Manchmal kommt man schon an schwierige Stellen“, sagt Hanna. „Dann versuche ich es einfach so lange weiter, bis es klappt.“ Natürliche tausche man sich mit Klassenkameraden aus, gebe sich gegenseitig Tipps. Die Lösung verrate man aber nicht.

Seit mehr als zehn Jahren beteiligt sich das LSH Wiesentheid an „Experimente antworten“. Bereits mehrfach wurden Schüler ausgezeichnet. Laut Ralf Förster können sich insbesondere die Jüngeren für den Wettbewerb begeistern. Auch Hanna hat schon zum zweiten Mal mitgemacht. Sie findet nicht, dass Naturwissenschaften ein „Jungs-Ding“ sind, schließlich können auch Mädchen darin erfolgreich sein.