Hätte Mario Köhler, der Vorsitzende der Sickershäuser Feuerwehr, alle Leistungen des Feuerwehr-Ehrenmitglieds Friedrich Hergert aufzählen müssen, hätten die Besucher der Frühjahrsdienstversammlung ganz schön Sitzfleisch beweisen müssen. Deshalb machte er es kurz: „Du warst immer da, wenn Du gebraucht wurdest.“ Hergert war an diesem Abend mit 60 Jahren der älteste Geehrte.

Seit dem 10. Mai 1955 gehört Hergert zur Sickershäuser Feuerwehr. Er hatte zwar nie eine Führungsposition inne, zeigte jedoch stets ganzen Einsatz – beim Ausrichten von Veranstaltungen ebenso wie bei Fortbildungen. So blickt er zum einen stolz auf sämtliche Leistungsabzeichen Wasser (sieben Stufen), zum anderen aufs Gerätehaus, bei dessen Ausbau er tatkräftig mitgeholfen hat. Seit 2005 ist er Ehrenmitglied. Mit einem Schmunzeln bemerkte Köhler, wie schön es sei, dass Hergert das Feuerwehr-Gen an seinen Sohn Manfred und seinen Enkel Stefan mitgegeben hat.

Die weiteren Geehrten waren mit 40 Jahren Hans Güldner, Herbert Güldner und Harald Steinberger, mit 25 Jahren Holger Hennigfeld und Mario Köhler, mit 20 Jahren Benjamin Emmerich sowie mit zehn Jahren Philipp Heigl und Sebastian Herbolzheimer. Hans Köhler bekam von allen Seiten Dank ausgesprochen, nachdem er sich nach über 45 Jahren aus der aktiven Wehr zu den „Feuerwehrrentnern“ zurückzieht.

In seinem Jahresrückblick berichtete Vorsitzender Köhler von zahlreichen Veranstaltungen, lobte Helfer und sprach von ertragreichen Zusammentreffen mit anderen Wehren. Den Mitgliederstand bezifferte er auf 106. Kommandant Daniel Faßmann berichtete von 16 Alarmierungen im Jahr 2015 – „Rekord!“.

Trotz der extremen Hitze und der langen Trockenheit blieben die Sickershäuser zwar in Sachen Bahndamm-Brand verschont, mussten jedoch anderweitig oft ausrücken – sei es beim Brand eines Mülleimers oder Baumstumpfes, beim Großbrand einer Etwashäuser Gärtnerei oder bei Gefahrgutunfällen auf der Autobahn. Natürlich gab es auch wieder „blinde Alarme“, ausgelöst zum Beispiel durch einen Nachtfalter im Brandmelder.

Einen speziellen Appell richtete Daniel Faßmann an Oberbürgermeister Siegfried Müller: „Schaffen Sie endlich Bauplätze in Sickershausen.“ Der Kommandant hofft dadurch, auch neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen. Zudem würden sich aktive Mitglieder dann vielleicht nicht mehr gezwungen sehen, in einen anderen Ort zu ziehen, was den Austritt aus der Wehr nach sich zieht.

Aktuell sei die Personalstärke der Sickershäuser Wehr mit 44 Aktiven konstant. „Jedoch kann man unweigerlich am Altersdurchschnitt erkennen, dass keine rosigen Zeiten auf uns zukommen“, sagte Faßmann, lobte im gleichen Zug aber die Jugendwarte Kevin Klein und Philipp Heigl. Für kräftigen Zuwachs in der insgesamt 13 Personen zählenden Jugendgruppe gab es Beifall. Erst vor ein paar Wochen sind sechs Jugendliche neu hinzugekommen, die sich bisher auch alle aktiv beteiligen und schon den Wunsch „nach mehr Übungen“ äußerten. Klein und Heigl wollen diese Euphorie nicht ausbremsen und haben gleich einmal 15 Übungen angesetzt.