Das war schon eine kleine Überraschung: Schon am späten Sonntagnachmittag konnten die „Arbeiter“ auf der Baustelle der Landjugend in Gnodstadt ganz gelassen ihre Werkzeuge wegpacken und sich auf den gemeinsamen Abschluss ihres Werkes vorbereiten. Gut zwei Stunden vor dem offiziellen Ende der 72-Stunden Aktion war der Gehsteig rund um Frauenberg und Frauenbrunnen im Marktbreiter Stadtteil fertig gepflastert.

Das hatte am Donnerstagabend, als der Startschuss fiel, noch ganz anders ausgesehen. Rund 450 Meter Gehsteig sollten vom maroden Asphalt befreit, neu geschottert und anschließend mit 30 000 Pflastersteinen fachgerecht belegt werden. Zum Dritten Mal seit dem Jahr 2009 hatte sich „Agent“ Alexander Mader für die Gnodstadter Landjugend und die bundesweite Aktion „jugend.macht.land“ eine knifflige Aufgabe ausgedacht: In nur 72 Stunden sollte der Gehsteig rund um Frauenberg und Frauenbrunnen mit neuem Belag versehen werden. 2009 war es eine neue Fußwegverbindung von der Siedlung in den Altort, 2012 der neue Zugang zum Kindergarten. Und beide Aktionen waren damals gerade mal so in der vorgegebenen Zeit fertig geworden.

Tribut gezollt

Richtig heiß war es am Freitag bei den Arbeiten gewesen, sagte Anna Erbar, Sprecherin der Gnodstadter Landjugend. „Am Abend gegen 22 Uhr war die Luft raus“ sagte sie, die Hitze forderte ihren Tribut. Toll dann der Samstag mit idealem Wetter, ein leichtes Lüftchen machte die Temperaturen erträglich und auf der Baustelle war der Fortschritt mit dem Beginn der Pflasterarbeiten deutlich zu sehen. Das motivierte natürlich die 70 bis 80 Leute, die sich über den Tag verteilt auf der Baustelle tummelten.

Und mitten drin eine Gruppe Asylbewerber aus Afrika, die in Gnodstadt Unterkunft gefunden haben. Die packten kräftig mit an und als gegen Abend für die Europäer die Temperaturen gerade anfingen, erträglich zu werden, froren die Afrikaner schon fast. Der Stimmung tat's keinen Abbruch und die Gnodstadter waren schon ein wenig darüber beeindruckt, wie begeistert ihre „Gäste“ bei der Arbeit waren.

Das stellte auch Landrätin Tamara Bischof beim Abschluss am Sonntagabend fest. Denn sie hatte sich schon am Samstagnachmittag einen Überblick in Gnodstadt verschafft und wusste, was sie sagte, als sie den Zusammenhalt im Ort lobte, die Jugend in ihrem Einsatz für das Dorf bestärkte und den Einsatz der Asylbewerber einfach toll fand.

Dank sagte Stefan Erbar, Vorsitzender der Landjugend, für die vielen Spenden der Gnodstadter, die dafür sorgten, dass immer genug an Essen und Trinken vor Ort war. Marktbreits zweiter Bürgermeister Herbert Biebelriether, er packte in den 72 Stunden tatkräftig mit an, war ebenfalls begeistert von der Aktion und das nicht nur, weil die Arbeit der Jugend der Stadt einiges an Geld gespart, sondern auch ein Stück weit Gnodstadt schöner gemacht hat. Klar, dass die Stadt für die Materialkosten aufkommt.

Und bevor die Gnodstadter sich zu Bratwurst und Steak auf dem kleinen Festplatz in der Siedlung niederließen, gab es noch einen gemeinsamen Rundgang über die Baustelle.