Hans Schönberger aus Wiesenbronn feierte am 1. Mai seinen 90. Geburtstag. Der gebürtige Wiesenbronner besitzt einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, so stand das Telefon nicht still. Vielen ist er als Korbmacher bekannt, denn diesem Handwerk geht er bis heute nach.

Im siebten Jahrgang musste Hans Schönberger schon die Schule verlassen, um seinen Großvater bei der Landwirtschaft zur Hand zu gehen. Sein Vater kam erst 1956 aus dem Krieg zurück.  1960 heiratete er Annemarie Vogel. Vergangenes Jahr durften sie diamantenes Ehejubiläum feiern.  Hans Schönberger übernahm er die elterliche Landwirtschaft. Von 1963 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995 arbeitete er als Holzdreher bei der Drechslerei König.

Wer sich bei ihm zu Hause umschaut, sieht viele Bilder von seinen drei Töchtern, den neun Enkeln und sieben Urenkeln an den Wänden hängen. Die Familie ist ihm und seiner Frau sehr wichtig. Dazwischen finden sich aber auch Bilder und Zeitungsartikel, die ihn in seinem Element zeigen: dem Körbeflechten.

Im Alter von 13 Jahren flocht er seinen ersten Korb. Damals war der Bedarf an Körben bei den Bauern in der Umgebung noch sehr groß. Mit 20 Jahren sei er in Castell von Haus zu Haus gezogen, um Körbe zu verkaufen, erzählt Schönberger. Drei bis fünf Stunden braucht er je nach Korb.

Sein Wissen um dieses Handwerk gibt der Jubilar auch in Kursen weiter. 2019 zum letzten Mal, weil dann wegen Corona nichts mehr ging. Auch auf Märkten oder am Scheinfelder Holztag hat man Hans Schönberger getroffen. Er hofft, dass bald wieder etwas geht, denn sein Korblager ist voll.

35 Jahre lang spielte der Jubilar das Flügelhorn im Posaunenchor. Als staatlich geprüfter Obstbaumwart ist er gefragt, in manchen Jahren schnitt er 2000 bis 3000 Bäume. Gerne geht er auch noch in den Wengert oder arbeitet im Garten.