Zuhause arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen ist schwer möglich. Aber viele Familien und Alleinerziehende, denen Homeoffice nicht möglich ist, trifft Corona noch härter. „Viele Familien haben bereits keinen Jahresurlaub mehr“, beschreibt Sabrina Stemplowski, Stadträtin in Kitzingen und Vorsitzende der Jungen Union im Kreis Kitzingen die Lage vor den Sommerferien.

In Rücksprache mit dem Kitzinger Oberbürgermeister Stefan Güntner erfuhr die JU, dass vor allem jüngere Kinder nicht von den, im Corona-Sommer 2020 staatlich gefördert ausgeweiteten, Betreuungsangeboten von Kreisjugendring und Co. profitieren, da diese sich an Schulkinder richten.

Darum hat sich die Junge Union mit der Bitte, auf Komplettschließungen in den Sommerferien zu verzichten und zumindest eine eingeschränkte Betreuung zu ermöglichen, an die Leitungen der Kindertagesstätten und Kindergärten im Landkreis gewandt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Kinder, die jetzt zumindest wieder blockweise in Schule, Kindergärten und Kitas gehen, im August mit Betriebsferien für Wochen wieder auszusperren, würde der Verantwortung, die Kommunen, Kirchen und soziale Verbände als Träger haben, nicht gerecht,“ so JU-Bezirksvorsitzender Daniel Nagl aus Kitzingen.

Den JU-Vertretern ist bewusst, dass eine zumindest teilweise Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen über die Sommerferien einen erhöhten Organisationsaufwand in den Einrichtungen fordert. Gleichzeitig hoffen Stemplowski und Nagl jedoch darauf, dass einige Erzieher ohne eigene Kinder oder mit älteren Kindern ihren Urlaub lieber nach den Schulferien im Herbst nehmen. Diese Hoffnung teilt auch der Bürgermeister der Stadt Prichsenstadt René Schlehr, der den Appell der JU stellvertretend für die kommunalen Träger entgegen nahm.