Kitzingen — Der kurze Regenschauer gestern Nachmittag kam für Christina Zauner und Hilmar Hein wie gerufen. Seit Wochen hoffen die beiden Geschäftsführer der Kleinen Landesgartenschau "Natur in Kitzingen" auf eine Dusche für ihre Pflanzen und Bäume.
Für den Besuch von Staatsminister Markus Söder, der gestern um 10 Uhr zu einem Vorab-Pressetermin zur "Natur in Kitzingen" in die große Kreisstadt kam, um die Werbetrommel für das Ereignis zu rühren, war das sonnige Wetter am Vormittag dagegen perfekt.
Das Gelände präsentierte sich für ihn und die zahlreich erschienenen Pressevertreter von seiner besten Seite. Die Sonne spiegelte sich im Wasser des Mains, während die Bäume auf dem neun Hektar großen Gelände Schatten spendeten und die Blumen um die Wette blühten.
"Der Termin ist total gut gelaufen", sagt Zauner, die sich zum einen über die gute Resonanz der Medienvertreter aus Radio, Fernsehen und Zeitung als auch über den den Besuch des gut aufgelegten Söder freute.
Eine Woche vor Beginn der Kleinen Landesgartenschau zeigt sich die Geschäftsführerin entspannt: "Jetzt läuft alles viel schneller als früher - ohne Diskussion", sagt sie. Dass jetzt noch nicht alles fertig ist und aktuell die letzten Arbeiten auf dem Gelände stattfinden, stört sie nicht: "Es ist normal, dass man zu diesem Termin nicht hundertprozentig fertig ist", erklärt die erfahrene Gartenschauplanerin. Auch ihr Kollege Hilmar Hein hat keine Bedenken: "Die kleinen Restarbeiten bekommen wir rechtzeitig hin."

Seit zwölf Jahren in Planung


Zwölf Jahre laufen die Vorarbeiten für "Natur in Kitzingen" nun schon - von der ersten Bewerbung bis jetzt, sieben Tage vor der Eröffnung. Vor allem in den letzten 24 Monaten ist viel gegraben, gepflanzt, geschnitten und gebaut worden - mit nicht unerheblichem Geldeinsatz. Allein für Wege, Plätze, Beete, Möbel, Kunstwerke und Bauten wurden 4,7 Millionen Euro veranschlagt. 1,6 Millionen davon kommen vom Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, 500 000 Euro von der Europäischen Union, 220 000 Euro vom Amt für ländliche Entwicklung. Den Rest muss die Stadt Kitzingen aufbringen. Weitere 2,4 Millionen Euro fallen für die Durchführung der Gartenschau an.
Gerade die Kosten haben in der Bevölkerung zu Kritik geführt: "Wozu gibt es überhaupt die Gartenschauen", fragte Minister Söder deshalb während der Pressekonferenz in die Runde, um gleich nachzuschieben, dass Gartenschauen die besten Investitionen seien, die es gibt.
Sie tragen seiner Meinung nach zur Verbesserung des Lebensraumes von Pflanzen und Tieren in der Stadt bei, sind gut für die lokale Wirtschaft, bieten einen Anlass, um die regionale Infrastruktur zu verbessern und eröffnen die Chance, Dinge anzupacken. Darüber hinaus könnten sie auch als grünes Klassenzimmer genutzt werden.
"Die Schau ist ein Gewinn für Kitzingen, auch über das Ende der Veranstaltung hinaus", sagte Söder, der sich selbst auf die sieben Felder, die unter verschiedenen Motti stehen, am meisten freut. So gibt es unter anderem ein Feld der Verführung, ein Feld der Rekorde und ein Feld der Aromen. "Die Gartenschau ist also nicht nur ein paar Blumen und drei bis vier Bäume", betonte der Minister.
Weitere Attraktionen sind unter anderem die wechselnden Blumenschauen, die Floßbrücke die vom Gartenschaugelände auf die Mondseeinsel führt, die verschiedenen angelegten Gärten und die Stadtbalkone, die einen Ausblick auf die Kitzinger Stadt-Silhouette ermöglichen.
Für Christina Zauner und Hilmar Hein kann die Gartenschau kommen. Nur eines wünschen sich die beiden Geschäftsführer noch: "Es wäre schön, wenn es in den nächsten Tagen noch ein wenig regnet und ab der Eröffnung dann wieder die Sonne scheint." Damit die Pflanzen an der Eröffnung so