Freitags-Fragen

Joachim Jost ist gebürtiger Osthesse und wohnt seit 28 Jahren in Iphofen. Der gelernte Kaufmann und Verwaltungstechniker war in verschiedenen Branchen tätig, seine Leidenschaft ist das Schreiben. Unter dem Pseudonym Alexander Pelkim hat er mehrere Krimis veröffentlicht. Am 20. Februar liest er ab 19.30 Uhr in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule im – bereits ausverkauften – Weinbistro in Iphofen.

Frage: Woran arbeiten Sie gerade?

Joachim Jost: Im Moment erörtere ich mehrere Ideen zu einem möglichen vierten Frankenkrimi und recherchiere dafür.

Wie haben Sie Ihre Lust am Schreiben entdeckt?

Jost: Ich lese seit meiner Jugend viel, der Gedanke an ein eigenes Werk war schon lange im Hinterkopf. Durch mein Ausscheiden aus dem Berufsleben flammte die Idee neu auf. Die eigentliche Initialzündung zum Schreiben war ein trauriger Anlass. Ein Freund erkrankte an Krebs und starb. Seine Krankheitsgeschichte, die ich aus nächster Nähe miterlebte, habe ich versucht zu verarbeiten, indem ich zu schreiben begann. Daraus entstand mein erster Roman 'Seelenreise'.

Wie kam es zum ersten Krimi?

Jost: Einen Krimi aus der hiesigen Region zu schreiben kam durch mehrere Anregungen. Einerseits wurde ich durch einen Bekannten animiert, meinen Hang zum Schreiben mit meiner Wahlheimat zu verknüpfen. Andererseits gibt es rundherum im Raum Würzburg, Schweinfurt, Neustadt/Aisch regionale Krimiautoren, nur der Landkreis Kitzingen ist kriminalistisches Niemandsland. Es war klar, dass ich in Iphofen beginnen und der Frankenwein ein Teil werden würde.

Worum geht es genau?

Jost: Um ein minderjähriges Mädchen, dass auf dem elterlichen Weingut vergewaltigt wird. Weil sie bewusstlos war, den Täter nicht benennen kann und es keine Zeugen gibt, bleibt die Tat ungesühnt. Das Mädchen wird schwanger, muss ihr Kind in der Fremde zur Welt bringen und kehrt ihrer Heimat den Rücken. Erst 40 Jahre später kommt sie zurück nach Iphofen, um Vergangenheitsbewältigung zu betreiben. Ihr Erscheinen sorgt für Unruhe und löst nicht ungefährliche Reaktionen aus.

Was reizt Sie am Krimi?

Jost: Krimis und Thriller, gerne auch mit einem mystischen Effekt, sind die Genre, die ich neben historischen Romanen am liebsten lese.

Wie viele Bücher sind es inzwischen?

Jost: Vier. Das fünfte Buch, mein dritter Frankenkrimi, erscheint im Januar 2015.

Dass die Krimis sozusagen vor Ihrer Haustür spielen, ist . . .

Jost: . . . reizvoll und spannend. Unter dem Motto: 'Das Verbrechen lauert überall', möchte ich mich auch noch weiter auf die Suche nach mörderischen Geschichten und interessanten Tatorten machen.

Was machen Sie im normalen Leben?

Jost: Ich musste mich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben zurückziehen und widme mich ganz der Familie und dem Schreiben.

Warum das Pseudonym? Was hat es damit auf sich?

Jost: Der Name ist teils meinem verstorbenen Freund gewidmet, teils hat er für mich private Bedeutung.

Was lesen Sie gerade privat?

Jost: 'Der Feuersturm' von Herman Wouk, die Entstehung des Zweiten Weltkrieges aus Sicht der Alliierten.