Unter dem Eindruck eines von Bürgermeister Josef Mend ausgerufenen „Baugebiet-Notstands“ hat der Iphöfer Bau- und Umweltausschuss am Montagabend den Weg für zwei neue Standorte geebnet.

Bei den möglichen Erweiterungsflächen, die Städteplaner Franz Ullrich den Mitgliedern vor Ort präsentierte, handelt es sich um ein vier Hektar großes Gebiet im Nordwesten und um ein zwei Hektar großes Areal im Südosten. Auf diesen Parzellen, über die der Stadtrat schon seit Längerem Bescheid weiß, könnten im besten Fall 75 Bauplätze entstehen. Wie Mend erklärte, gibt es im Baugebiet Hündlein nur noch acht freie Plätze. Der Rest der mehr als 100 Parzellen ist entweder bebaut oder reserviert.

Im Interesse einer nachhaltigen Siedlungspolitik hat Bürgermeiter Mend den Räten offenbar schon im vergangenen Jahr Expansionsmöglichkeiten aufgezeigt und nun konkretisieren lassen. Rund 50 neue Bauplätze könnten zwischen dem ältesten und dem neuesten Baugebiet Hündlein und Geiersberg entwickelt werden. Problem ist hier ein steil abfallender Bereich in der Mitte des Areals.

Auch die Grundstücksverhältnisse müssten erst geklärt werden. Bislang gehört der Stadt dort laut Mend bloß ein kleiner Teil der Ackerfläche. Nach Ansicht von Stadtrat Otto Kolesch ist wegen der schwierigen Erschließung ein deutlich höherer Verkaufspreis als die üblichen 110 Euro für den Quadratmeter zu erwarten. Allerdings liegen bislang weder konkrete Planungen noch Kosten oder Kalkulationen vor.

Ein zweiter möglicher Standort für neues Bauland liegt im Südosten und grenzt direkt an das bestehende Baugebiet Ost III an. Sie befindet sich im Rücken des Weinguts Emmerich und ist derzeit über einen Feld erreichbar. Nach Angaben von Städteplaner Ullrich könnten dort 20 bis 25 Parzellen entstehen. Ullrich stellte die „schöne Struktur am Ortsrand“ heraus. Auch Ratsmitglied Hans Brummer erklärte: „Das gibt auf jeden Fall die schöneren Bauplätze.“ Teile des Stadtrats sehen das offenbar anders: Sie stehen einer Erschließung des Gebiets ablehnend gegenüber.

Dennoch hat der Bauausschuss am Montag beschlossen, beide Varianten weiterzuverfolgen, auch mit Blick darauf, dass das vom Bürgermeister angekündigte Baugebot keine schnellen Entscheidungen erwarten lässt. „Ein Baugebot“, sagte Mend, „ist rechtlich eine stumpfe Waffe, weil es in der Regel lange dauert, um es durchzusetzen.“ Mend nannte einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Er wolle das Thema an diesem Donnerstag in der Bürgerversammlung erörtern und danach im Stadtrat entscheiden lassen. Eines aber sei klar: „Wir können uns nicht nur auf ein Baugebot konzentrieren.“