Der Verpackungsspezialist Reka will am Standort im Kitzinger Floßhafen expandieren und braucht dafür eine neue Produktionshalle. Das Problem ist nur: Reka liegt schon heute im Überschwemmungsgebiet. Führt der Main Hochwasser, ist das Gelände überflutet. Deshalb braucht es für die Erweiterung zweierlei: eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans, die der städtische Bau- und Verwaltungsausschuss auf den Weg gebracht hat, und eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diesen Nachweis, dass bei Hochwasser keine Gefahr für Dritte von der Betriebsstätte ausgeht, muss das Unternehmen selbst erbringen. Ein externes Planungsbüro sieht in der Erweiterung keine Nachteile.

Reka-Geschäftsführerin Gudrun Schröder skizzierte das Projekt vergangene Woche im Verwaltungsausschuss und sprach von einer „sehr bedeutenden Investition“, die „unabdingbar für den Standort“ sei. Ohne die Erweiterung der 1953 eröffneten Produktionsstätte sei man nicht mehr konkurrenzfähig. Einen Teil des Materials muss Reka derzeit zukaufen. Das drückt das Ergebnis. Künftig soll diese Formatware auf der neuen Wellpappenanlage selbst hergestellt werden. Das Unternehmen gewinnt dadurch laut Schröder an Effizienz und Produktivität und spart gleichzeitig Abfall und Energie.

Am Standort Kitzingen hängen 200 Arbeitsplätze

Um Produktionsausfälle zu vermeiden, wird die Anlage parallel zum laufenden Betrieb errichtet. Dazu braucht es zusätzliche Gebäude. Mehrere Stadträte drangen im Verwaltungsausschuss auf eine rasche Abwicklung des Bauantrags. „Wenn eine Kitzinger Firma bauen will, muss es schnell gehen“, sagte Timo Markert (CSU). 200 Arbeitsplätze hängen am Reka-Standort Kitzingen, den im Sommer 2019 die Palm-Gruppe, ein international aufgestelltes Familienunternehmen aus dem schwäbischen Aalen, übernommen hat.

Wie Bauamtsleiter Oliver Graumann sagte, kann der Bauantrag erst behandelt werden, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Ob denn nicht wenigstens Teile des Antrags schon jetzt geprüft und bearbeitet werden könnten, insistierte Stadtentwicklungsreferent Thomas Rank (CSU). Graumann verneinte. „Ich kann keinen Bauantrag prüfen, der sich möglicherweise im Lauf des Verfahrens ändert.“

Geschäftsführerin Schröder hatte angedeutet, dass die Alternative zur Erweiterung der Produktionsstätte am Floßhafen ein Umzug auf die „grüne Wiese“ sei. „Da reden wir von einer Investition von locker 60 Millionen Euro.“ Doch das will keiner: weder Unternehmen noch Stadt. Wann Reka mit dem Bau beginnen kann, ist nach aktuellem Stand noch unklar.