Das Wichtigste zuerst: Weder das Volkacher Weinhotel noch die Betreibergruppe Sonnenhotels sind insolvent. Derartige Gerüchte halten sich seit einigen Tagen hartnäckig und erreichten auch diese Redaktion von verschiedenen Seiten. Was ist dran an dieser Vermutung, die auch in den sozialen Medien eifrig diskutiert wird? Zeit für ein Telefonat mit Carsten Hinz, Hoteldirektor des Sonnenhotels Weingut Römmert, das seit 1. September 2019 in Betrieb ist.

Hinz freut sich, dieses Gerücht offiziell aufklären zu können: "Unsere Mitarbeiter sind komplett in der Kurzarbeit und niemand wurde entlassen." Die derzeitige Schließung des Hotels liege an der Corona-Pandemie und ihren Folgen für Hotellerie und Gastronomie. Es seien zwar wenige Teammitglieder in systemrelevante Berufe gewechselt, in denen es aktuell keine Kurzarbeit gebe, aber das aus freien Stücken. Das Weinhotel beschäftige insgesamt 38 Mitarbeiter in Vollzeit, Teilzeit und als Aushilfen.

Sonnenhotel-Gruppe war 2009 insolvent

Der Hoteldirektor hat eine Idee, wie das Gerücht um die Insolvenz der Sonnenhotels entstanden sein könnte: "Die Sonnenhotel-Gruppe war 2009 insolvent." Aber das habe nichts mit der aktuellen Situation zu tun, die allein durch die Corona-Krise bedingt sei. Tatsächlich findet man in den Insolvenzbekanntmachungen online noch das Verfahren von 2009, das noch nicht abgeschlossen ist. Das bestätigt der Insolvenzverwalter, die Rechtsanwaltskanzlei Hausherr Steuerwald aus Braunschweig, auf Nachfrage. Gläubiger könnten noch Forderungen geltend machen. Um diese zu prüfen, gibt es einen aktuellen Termin Anfang Juni. 

Carsten Hinz sieht sein Haus derweil gut gerüstet für die Krise – und vor allem die Zeit danach. Die Zugehörigkeit zur Sonnenhotel-Gruppe ist für ihn ein Vorteil, da man so auch während der Kurzarbeit über die Zentrale erreichbar sei. Zudem werde dort bereits an Konzepten für die nahe Zukunft gearbeitet. Er hoffe darauf, das Hotel an Pfingsten "in irgendeiner Form" wieder öffnen zu dürfen.

Die Wochen bis dahin wolle man nutzen, um sich gut darauf vorzubereiten. "Die Nachfrage wird da sein, spätestens im Herbst", ist er überzeugt. Das Interesse und der Bedarf für ein solches 104-Zimmer-Hotel mit Tagungen, Veranstaltungen und Gastronomie sei da. Mit Blick auf die ersten Monate des Betriebs sagt der Hoteldirektor: "Wir waren sehr zufrieden, wie es angelaufen ist."