Nachdem sich an der Mobilfunk-„Front“ in Kitzingen wieder etwas rührt, ist Information angesagt. Ein Antrag – im Zusammenhang mit der Ausweitung der Mobilfunknetze auch über Risiken und Nebenwirkungen zu informieren – kommt jetzt von SPD-Stadträtin Brigitte Endres-Paul. Ein solches Angebot plant auch die Stadt auf Wunsch des Arbeitskreises Mobilfunk. „Es gibt aber noch keinen festen Termin“, so Christian Pohl vom Bauamt.

In ihrem Vorstoß als Stadträtin und „auch als Ärztin“ spricht Endres-Paul von einer langen Reihe wissenschaftlicher Studien, die sich mit der „biologischen Wirkungsweise der Mobilfunkstrahlung“ beschäftigt hätten. Ergebnis seien Warnungen vor „hochintensiven“ Netzen. Es gebe Hinweise auf gesundheitliche Probleme, die Weltgesundheitsorganisation habe die Strahlung als „möglicherweise krebserzeugend“ eingestuft.

Konsequenz für Endres-Paul und den Arbeitskreis ist die Forderung nach einer Stadtratssitzung mit Bürgerbeteiligung, bei der „unabhängig von der Industrie“ über Grenzwerte, wissenschaftliche Studien und Vorsorgemaßnahmen informiert werde.

Aktuell ist das Thema durch Bestrebungen einzelner Internetanbieter, Sender aufzurüsten oder neue Masten zu installieren. So sucht die Telekom – laut einer Information der Stadt vom April – neue Sendestationen im Bereich des Bahnhofs, des Postfrachtzentrums am Dreistock, im östlichen Bereich der einstigen Harvey Barracks („conneKT“) und im Umfeld der Alemannenstraße.

Ein komplett neuer Standort könnte zudem auf dem Dach der Königsberger Straße 89 entstehen. Der wäre der Ersatz für die vielen Anlagen auf dem AWO-Seniorenheim (Wilhelm-Högner-Haus) am Klettenberg 90. Thema im Stadtrat dürfte bald auch der geplante 35-Meter-Mast sein, der nördlich der Klinik Kitzinger Land aufgestellt werden soll.