Die Erschließung des Industriegebiets Dettelbach Ost geht weiter: Am Montagabend beschloss der Stadtrat, die beiden Straßen Lange Länge und Adolf-Oesterheld-Straße mit einer Spange zu verbinden. Damit können weitere Industrieflächen von mehr als zehn Hektar bis zur Gemarkungsgrenze nach Schwarzach erschlossen werden.

Südlich wird das neu zu erschließende Gebiet durch Wald begrenzt, im Norden durch die Bundesstraße. Und hier ergibt sich nach Ratsmitglied Hermann Göb ein Problem: Das gesamte Industriegebiet Dettelbach Ost ist nur durch eine Zufahrt auf die Bundesstraße erschlossen, was heute schon zu Problemen mit der Zufahrt auf die B 22 führt. Eine zweite Zufahrt oder ein Kreisverkehr könnten Abhilfe schaffen. Da steht allerdings das staatliche Bauamt dagegen. Nach jüngsten Verkehrszählungen, so Bürgermeisterin Christine Konrad, sei noch nicht einmal der Bedarf für eine Ampel an der Kreuzung gegeben. Damit entfallen auch alle anderen Alternativen.

Auch die Oberflächenentwässerung im Mischwasserkanal gab Anlass zur Diskussion. Ralph Peckmann regte an, das Oberflächenwasser, ähnlich wie in anderen Bereichen des Gebietes, versickern zu lassen, oder in einem Graben zum Main zu führen. Beides wurde vom Ingenieurbüro geprüft und ist kaum machbar.

Denn zum einen werden, wenn dies technisch überhaupt möglich ist, weitere Einleitungen in den Main so gut wie gar nicht mehr genehmigt. Zum anderen ist die Geologie für eine Versickerung nicht geeignet: Schon in geringer Tiefe stehen wasserundurchlässige Böden an und bereits in drei Metern Tiefe kommt Fels.

Der harte Untergrund macht auch die Erschließung teuer, alleine der Kanalbau verschlingt knapp 1,4 der insgesamt geschätzten gut vier Millionen Euro. Denn die Entsorgung liegt rund vier Meter tief und hat zudem eine Dimension von über einem Meter.

Bei zwei Gegenstimmen befürworteten die Räte die Planung einschließlich einer Stichstraße zur Gemarkung der Gemeinde Schwarzach, um dort bei Bedarf das Industriegebiet fortsetzen zu können. Jetzt können die Büros mit der Ausschreibung beginnen, mit der Submission wird in rund zwei Monaten gerechnet. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, hängt von der Auftragslage der Firmen ab.

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