Es wird weiter fleißig gebaut und geplant in Rüdenhausen, wohl auch im kommenden Jahr. Das machte die Vorschau auf den Haushaltsplan der Gemeinde für 2022 deutlich. Dabei streifte Bürgermeister Gerhard Ackermann mit den Gemeinderäten die geplanten Investitionen in der Gemeinde, die auf 2,6 Millionen Euro berechnet wurden.

In Rüdenhausen steht auch im kommenden Jahr Dorferneuerung weiter im Fokus, derzeit wird noch der zweite Teil des dreiteiligen Maßnahmenpakets abgeschlossen. Der dritte und dann letzte Teil wird im Anschluss folgen, die Finanzierung ist im Etat. Außerdem hat die Gemeinde Geld für die Erschließung von Gewerbeflächen im Norden und Süden bereit gestellt, wie auch für Planungen zur Erschließung eines neuen Baugebiets 2022.

Mit Blick auf die Gesamtsituation teilte Bürgermeister Ackermann mit, dass der Markt Rüdenhausen seinen Haushalt nur mit einem weiteren Kredit ausgleichen könne. Die Kämmerei der VG plane derzeit mit einer Aufnahme von etwa 800 000 Euro, sofern alle im Plan vorgesehenen Maßnahmen auch ausgeführt würden.

Allerdings müsse man erst die Höhe der staatlichen Schlüsselzuweisungen abwarten, so Ackermann. Aktuell läuft bereits ein Kredit für die Wasserversorgung. Die Räte stimmten dem Investitionsprogramm für 2022 zu.

Pfarrhaus gegen Paul-Gerhardt-Haus tauschen?

Auf die Nachfrage eines Bürgers später in der Sitzung, warum die Gemeinde 150 000 Euro im Etat für das Pfarrhaus habe, teilte Bürgermeister Ackermann mit, dass die politische Gemeinde für dessen Baulast zuständig sei. Diese würde man gerne an die Evangelische Kirche abgeben und stattdessen das Paul-Gerhardt-Haus in der Ortsmitte von der Kirche übernehmen.

Im Gremium wurde über die neue Kalkulation der Gebühren für das Amtsblatt der VG gesprochen. Bürgermeister Ackermann informierte dazu, dass bei der bisherigen Berechnung pro Bezieher Kosten von 37,20 Euro pro Jahr anfielen. Laut der neuen Kalkulation würde das auf 44,14 Euro ansteigen. Die derzeit 117 Bezieher zahlen jährlich 15 Euro, den Rest übernimmt die Gemeinde.

Der künftige Fehlbetrag für die Gemeinde beliefe sich auf 3519 Euro, statt bisher 2925 Euro. Diskutiert wurde, ob man den Bezugspreis für die Bezieher auf 25 Euro anheben solle, um Kosten zu sparen. Das Defizit läge dann bei 2340 Euro. Dann würden wohl einige das Amtsblatt kündigen, die Fixkosten blieben jedoch, gaben die Räte zu bedenken. Auch um ältere Mitbürger weiterhin mit den amtlichen Mitteilungen zu versorgen, wurde beschlossen, den Bezugspreis weiter bei 15 Euro zu lassen.

Patenschaft der Bundeswehr mit Rüdenhausen älteste in Deutschland

Außerdem teilte der Bürgermeister mit, dass die Bundeswehr ihre Patenschaft mit dem Markt Rüdenhausen weiterführen werde. Rüdenhausen unterhält bereits seit 1973 freundschaftliche Beziehungen zur Bundeswehr, die Patenschaft gelte laut Ackermann als älteste noch bestehende in Deutschland. Künftig wird die 1. Kompanie des Fernmeldebataillons 10 aus Veitshöchheim als Patenkompanie firmieren.

Zum Abschluss der letzten Sitzung des Jahres dankte der zweite Bürgermeister, Karl-Heinz Rebitzer, dem Ortsoberhaupt für dessen Arbeit und den großen Einsatz für die Gemeinde. Ackermann gab den Dank zurück an die Räte. Er habe ein gutes und funktionierendes Gremium hinter sich.