"Der Schwanberg sind Vier" heißt es. Vier, das sind die Communität Casteller Ring, das Geistliche Zentrum, die Gemeinde Rödelsee und die Stadt Iphofen als Eigentümer vieler Wald- und Wiesenflächen. In Rödelsee, aber auch auf dem Schwanberg ist man nicht glücklich, dass man über Iphöfer Vorhaben den Berg betreffend erst über Veröffentlichungen in der Presse erfährt. Das wurde nun in der Rödelseer Gemeinderatssitzung thematisiert.

Aus Presseberichten über Äußerungen aus dem Stadtrat Iphofen sowie über Projekte der Stadt Iphofen auch aus längerer Vergangenheit, die den Schwanberg beziehungsweise die Gemeinde Rödelsee auch direkt betreffen, hat sich in der Bürgerschaft, bei politisch Verantwortlichen und auch bei ehrenamtlich Tätigen im Bereich Tourismus ganz erheblicher Unmut geregt über die Vorgehensweise der Stadt beziehungsweise ihrer Vertreter. Auslöser war das Thema Mountainbike-Strecke am Schwanberg. Bürgermeister Burkhard Klein war darüber überrascht, dass die Stadt Iphofen offensichtlich wieder ohne frühzeitige Einbindung der Betroffenen eigenständig Überlegungen am Schwanberg anstellt und wohl schon konkrete Pläne hat.

Besucher sollen nach Iphofen gezogen werden

Überrascht ist Klein wie andere auch vor allem deswegen, weil vor einiger Zeit der Schwanberg als "beruhigte Zone" erklärt worden sei und man sich über Pläne für die Seilbahn belustigt habe. Nun. So gab Bürgermeister Klein Stimmungen weiter, wolle man den "Rahm mit dem Tourismus abschöpfen" und die Frequenz der Besucher erhöhen, die es dann nach Iphofen zu ziehen gelte, ohne dass die Anliegergemeinden etwas davon haben sollten.

Klein räumte ein, dass es zwar Gespräche gäbe, "aber nicht in der gewünschten Tiefe". Tagesgäste hätten zum Beispiel nicht mehr über Wege laufen können, weil da plötzlich Holz gelegen sei. "Wir erfahren viel zu viel nur über die Presse", stellte Klein fest.

Das sei alle nicht im Sinne einer guten Nachbarschaft, pflichtete Gemeinderat Hermann Eickhoff bei. "Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt", bedauerte er. "Bei der Umweltstation haben sie uns mehr oder weniger vor die Türe gesetzt", erinnerte Johannes Freimann. Vor zwei Jahren hatte sich Iphofen nämlich überraschend vom Projekt Umweltstation auf dem Schwanberg verabschiedet, obwohl dieses Projekt von allen Betroffenen für gutgeheißen worden war. Begründet wurde dies laut Verwaltung mit den fehlenden Finanzmitteln, da für andere Projekte eine Bindung sinnvoller sei. Der Gemeinderat hatte hier eine freiwillige Zuwendung von 200 000 Euro bereits zugesagt.

Bewerbung als Naturparkzentrum war auch Thema

Holger Kelle sprach von einem "feudalherrschaftlichen Verhalten", was er als "nicht clever" bezeichnete. Das löse in Rödelsee Vorbehalte aus. Auf Sachebene könne man miteinander reden, aber "man müsste halt mal reden", wünschte er sich.

Thema war dann auch die Bewerbung der Stadt Iphofen um ein Naturparkzentrum. Priorin Schwester Ursula fand, dass dies gut zum Berg passe. Wenn dazu noch ein Café käme, gäbe es wieder die Besucherfülle, die derzeit nicht vorhanden sei. Auch mit dem Schullandheim, wenn dies wieder öffnen könne, könnte sie sich Verknüpfungen vorstellen. "Iphofen ist unterwegs, aber selbstständig", bedauerte sie. Wie auch Bürgermeister Klein setzt sie auf das anberaumte Treffen der Gruppe "Der Schwanberg sind Vier".  "Wir schauen schon, dass wir nicht unter die Räder kommen", bekräftigte Klein.