Am Donnerstag, 19. Mai, findet "An der Synagoge" in Mainstockheim die Verlegung von fünf Stolpersteinen für die Familie Friedmann statt. Das teilt der Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen in einer Pressemitteilung mit. Organisiert wird die Aktion vom Förderverein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mainstockheim und der katholischen Kirchengemeinde. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Cellistin Eva Brönner mit Motiven aus "Schindlers Liste".

Lehrer Siegbert Friedmann war der letzte jüdische Lehrer im Landkreis Kitzingen, der, als Rabbiner Wohlgemut und Lehrer Max Heippert aus der Kreisstadt bereits emigriert waren, den Unterricht für Kinder aus Kitzingen, Mainstockheim und Marktbreit bis zu seiner Deportation 1942 aufrechterhielt.

1880 in Hainsfahrt geboren, war er Volksschullehrer an der privaten Israelitischen Volksschule in Schwanfeld, diente im Ersten Weltkrieg an der Westfront in Lorraine und wirkte ab 1925 als Hauptlehrer in Mainstockheim. Dort wohnte er bis zur Schließung der jüdischen Schule 1939 im Haus Nr. 113, der Synagoge, heute katholische Kirche. Zwei seiner Kinder konnten emigrieren. Er selbst wurde mit seiner Frau Ida und seiner Tochter Lilli am 24. März 1942 nach Izbica deportiert und ist in Minsk verschollen.