Drei Wochen lang saß Noah mit der Arche im Wasser fest. Dann kam seine Taube mit einem grünen Zweig zurück – als Zeichen der Hoffnung, dass das rettende Ufer nicht mehr weit sein kann. Diesen Gedanken stellte der Schulseelsorger Bruder Melchior bei der gemeinsamen „Convocatio“ des Egbert-Gymnasiums (EGM) in den Mittelpunkt. Das EGM startete in den dreiwöchigen Distanzunterricht mit einer kleinen Andacht, an der alle Schüler von Zuhause aus via YouTube teilnehmen konnten, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Viele grüne Zweige der Hoffnung finden sich in vielen spirituellen Angeboten, die das EGM für die Phase des Distanz- und Wechselunterrichts bereithält. Auf der Unterrichtsplattform „Mebis“ finden die Schüler nicht nur ihre Unterrichtsfächer mit den jeweiligen Arbeitsaufträgen, sondern auch die „Benediktinische Haltestelle“. Dort werden die Schüler von Schulseelsorger Bruder Melchior begrüßt: „Die Haltestelle möchte euch einladen, immer wieder mal einen Halt einzulegen und auch in diesen bewegten Zeiten einen Halt zu finden. Hierzu bieten wir euch verschiedene Impulse an, um Körper, Seele und Geist zu stärken, Kraft aus dem Glauben zu schöpfen und euch in Zeiten der Unsicherheit die eine oder andere Orientierung zu geben.“

Gebetspinnwand

Neben verschiedenen Gesprächs- und Beratungsangeboten findet sich dort auch die Gebetspinnwand, wo Schüler, Mönche und Lehrer ihre Gebete veröffentlichen und teilen können, wenn sie das möchten. „Lass es dir anmerken, von Gott geliebt zu sein“, fordert da Schülerin Naomi ihre Leser auf. Abt Michael trägt in einer Audiodatei den Psalm 139 vor: „Du kennst mich, oh Herr! Du durchschaust mich von Ferne. Ob ich gehe oder ruhe – du weißt um mich.“ Religionslehrerin Judith Schmitt zitiert das Taizé-Gebet: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau´ ich und fürcht´ mich nicht.“ Viele dieser Gebete lassen ahnen, dass es für die Schulfamilie ein großer Trost ist, nicht alleine durch diese Krise gehen zu müssen, heißt es in der Mitteilung des Gymnasiums weiter.

Auf der Schulhomepage findet man jede Woche auch einen Hinweis zum Thema „#staytogether-motiviert im Lockdown“. Unter dem Motto „Glücksmomente im Glas“ geht es darum, dass man die persönlichen Glücksmomente aufschreibt und in einem schönen Glas sammelt. Katja Pohl von der Schulseelsorge gibt dann folgenden Rat: „Schau dir am Ende der Woche, oder wenn es dir mal nicht so gut geht und du einen kleinen Durchhänger hast, die Zettelchen in deinem Glas an und besinne dich auf die Dinge, die dir schon gut gelungen  sind und für die du auch in schwierigen Zeiten dankbar bist.

Daneben bestehen am Egbert-Gymnasium natürlich auch während Corona-Einschränkungen die bekannten Gesprächs- und Hilfsangebote durch die Schulseelsorge, das „Café Problemlos“, das Tagesheim-Team und die Beratungslehrerin. „Eine Krise kann nach unserer Auffassung nicht nur durch Regeln und Konzepte bewältigt werden, sondern durch zwischenmenschliche Nähe und Hilfe, die aus dem Glauben an Gott ihre Kraft gewinnt“, so Schulleiter Markus Binzenhöfer.