Fünf Einrichtungen für volljährige Menschen mit Behinderung gibt es im Landkreis Kitzingen. Die drei Träger – Arbeiterwohlfahrt (AWO) Unterfranken, Lebenshilfe Würzburg und St.-Josefs-Stift Eisingen  – betreiben diese Wohnanlagen und arbeiten derzeit unter erschwerten Corona-Bedingungen. Hinzu kommt, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung sowie Mitarbeiter in entsprechenden Einrichtungen laut Corona-Impfverordnung nur mit hoher Priorität geimpft werden. Höchste Priorität haben Senioren über 80 Jahre und Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen, die dem Coronavirus besonders ausgesetzt sind.

Am Mittwoch und Donnerstag, 3. und 4. Februar, hat die Redaktion allen Betreibern nachgefragt, wie die Corona-Situation in den Einrichtungen ist. Zudem wollten wir wissen, ob die Einrichtungen Bewohner aufnehmen können, ob Besuche möglich sind und wie der Stand der Corona-Impfungen ist. Da im Wilhelm-Hoegner-Haus Kitzingen der AWO das Wohn- und Pflegeheim für psychisch Langzeitkranke integriert ist, hatte diese Einrichtung die Fragen bereits bei im Zuge der Abfrage der Seniorenheime beantwortet.

Wohnanlage für Menschen mit Behinderung des St.-Josefs-Stift in Kitzingen: In der Wohngemeinschaft (Sickershäuser Straße) leben 16 Erwachsene mit Behinderung in zwei Wohngruppen. Bislang gab es laut Pressesprecherin Melissa Hager glücklicherweise keine Corona-Infektionen, weder bei den Bewohnern noch bei den Mitarbeitenden. Einen gesetzlichen Aufnahmestopp gibt es nicht, jedoch sind alle Plätze besetzt. Besucher müssen einen negativen Coronatest vorlegen und dürfen nur alleine kommen. Schnelltests vor Ort gibt es in der relativ kleinen Wohngemeinschaft nicht. Am Mittwoch um 12 Uhr ist das Impfteam in der Wohngemeinschaft eingetroffen und hat mit den Impfungen begonnen.

Wohnstätte für geistig Behinderte der Lebenshilfe in Kitzingen: In den beiden Wohnstätten in Kitzingen (Tannenbergstraße und Floßhafenstraße) leben 57 Bewohner mit Behinderung. Aktuell gibt es laut Pressesprecherin Anja Gropp keine Covid-19-Fälle unter den Bewohnern oder Mitarbeitern. In den vergangenen Monaten gab es eine ganz geringe Zahl an Covid-19 Infektionen, zum Glück mit mildem Verlauf der Krankheit. Neuaufnahmen sind möglich und jeder Bewohner darf einen Besucher pro Tag empfangen, wenn dieser einen negativen Coronatest nachweisen kann und eine FFP2-Maske trägt. Schnelltests vor Ort gibt es nicht, auch die Lebenshilfe verweist hierzu auf die Teststrecke in Albertshofen. Geimpft ist noch niemand. Man stehe aber im sehr engen Kontakt mit den Behörden und habe ganz aktuell die Auskunft erhalten, dass man mit einer Impfung in innerhalb der kommenden zwei Wochen rechnen dürfe.

Johanna-Kirchner-Haus der AWO in Marktbreit: Die Einrichtung in der Obernbreiter Straße hat 47 Bewohner (davon 30 geimpft) und 63 Mitarbeiter (34 geimpft). 59 Klienten (zehn geimpft) werden von 18 Mitarbeitern (zehn geimpft) zudem ambulant betreut. Corona-Fälle gibt es nicht, informiert die stellvertretende Einrichtungsleitung Ulrike Schürger. Neuaufnahmen sind möglich, Besuche sind zurzeit nur außerhalb der Einrichtung gestattet oder bei schlechtem Wetter in einem Besucherraum. Schnelltests vor Ort sind nach Absprache möglich. Alle Klienten sind mobil und können jederzeit die Einrichtung verlassen. Auch Heimfahrten sind möglich. Für einen weiteren Impftermin sind 45 Mitarbeiter und Klienten angemeldet.