Immobilienunternehmer Wolfgang Rosentritt unternimmt einen neuen Anlauf, das Gelände des Etwashäuser Bahnhofs zu bebauen: Dem Kitzinger Stadtrat liegt am Donnerstag, 19. Mai, ab 18 Uhr in der Alten Synagoge der Vorentwurf für einen Bebauungsplan vor. Darin geht es um den Bau von Mehrfamilienhäusern, die den blumigen Namen "Neue Gartenstadt Etwashausen" tragen.

Erste Entwürfe des Projekts gerieten seitens der Nachbarschaft unter Beschuss: Ihr waren die geplanten Gebäude zu hoch, zu viel und zu nah an der bestehenden Wohnbebauung. Die Anwohner hatten sich mehrmals mit Rosentritt und Vertretern der Stadt getroffen und ausgiebig mit ihnen diskutiert. Die Folge: Rosentritt hat seine Planung überarbeitet.

Auf dem 3,2 Hektar großen Areal in seinem Besitz soll, so steht es in der Sitzungsvorlage der Stadt, "ein attraktives, verdichtetes und grünes Wohnquartier" entstehen. Konkret plant der Immobilienunternehmer entlang der Nordtangente Gebäude mit fünf Geschossen, das oberste jeweils als zurückgesetztes Staffelgeschoss. In Richtung der Anwohner setzt Rosentritt auf viergeschossige Häuser, davon das oberste als Staffelgeschoss, verteilt auf vier Einzelbauwerke. In der Summe geht es um 200 Wohnungen.

200 Wohnungen in Etwashausen geplant

Neben dem ehemaligen Bahnhof soll noch ein Bau mit drei Etagen möglich sein. Das Bahnhofsgebäude selbst soll erhalten und für Gastronomie genutzt werden. Im Umfeld ist ein Spielplatz vorgesehen. Da das Areal autofrei werden soll, gibt es Parkplätze an der Seite der Nordtangente. In der Sitzung werden auch Gutachten zu Klima- und Lärmbeeinträchtigungen vorgelegt sowie zum Artenschutz. Die Stadtverwaltung jedenfalls sieht jetzt schon, "dass die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse im Plangebiet gewahrt werden können". Unstrittig ist weiterhin, dass die Stadt sich den Bau von neuen Wohnungen wünscht.

Unweit vom Bahnhofsgelände ist ein weiteres Bauprojekt in der Vorbereitung: Die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Kitzingen will ihr Gelände am Kitzinger Steigweg verlassen und dafür im Bereich des Industriegebiets "Großlangheimer Straße Nord" neu bauen. Der Standort am Steigweg ist sanierungsbedürftig, die Renovierung aus Sicht der Schützen aber unwirtschaftlich.

Zugleich erhoffen sie sich von der Verlagerung neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel Platz für eine Bogenschießanlage. Für ihr Vorhaben ist eine Änderung des Bebauungsplans nötig, deswegen beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Thema.