Rund 40 Bürger und ein Drittel der Stadträte waren am Montagabend zur Bürgerversammlung für den Ortsteil Etwashausen in die Rathaushalle gekommen. Im Mittelpunkt stand einmal mehr die Sanierung der Gartenstraße. Die soll im Winter ausgeschrieben werden, berichtete Oberbürgermeister Siegfried Müller, der sich dadurch günstigere Angebote erhofft. Im Frühjahr 2015 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Dieter Richter vom Stadtbauamt stellte noch einmal kurz die Pläne vor. Demnach entsteht auf der Seite des Kindergartens ein 1,50 Meter breiter Gehsteig, auf der gegenüberliegenden Straßenseite variiert die Breite des Gehweges je nachdem, wieviel Platz zur Verfügung steht. Parkplätze entstehen insgesamt neun.

Die Fahrbahn wird 5,50 Meter breit und erhält eine Asphaltdecke. Auf Pflasterungen zur Verkehrsberuhigung wird, einem Wunsch der Anlieger entsprechend, verzichtet.

Richter berichtete, dass die 45 Jahre alte Brücke über den Bimbach abgerissen und durch eine neue ersetzt werden muss. Die Kosten in Höhe von rund 180 000 Euro dafür trägt die Stadt. 777 000 Euro sind für den Straßen- und Gehwegebau veranschlagt, 35 000 Euro für die Straßenbeleuchtung und 166 000 Euro für Deponiegebühren, da der alte Belag teilweise Teer enthält.

Der von den Anliegern zu tragende Anteil liegt nach der Kostenschätzung bei 530 000 Euro, die Stadt ist mit 638 000 Euro dabei. Die Anlieger müssen zu Beginn der Baumaßnahme 80 Prozent ihres Anteiles bezahlen, den Rest nach Abrechnung der Baumaßnahme, so Richter.

• Bei der Diskussion kam erneut Kritik am Kindergartenpersonal auf, das seine Fahrzeuge den ganzen Tag entlang der Straße abstellt. OB Müller erklärte, dass man darüber mit dem Kindergartenträger gesprochen habe. Es sei dem Personal zuzumuten, beispielsweise am Bleichwasen zu parken.

• Ebenfalls vorgestellt wurde der zweite Bauabschnitt der Renaturierung des Bimbachs zwischen der neuen Auffahrt zur Nordtangente und der Einfahrt zur ehemaligen Kaserne. Die Renaturierung ist unter anderem eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Nordtangente, die Brücke zur Mondseeinsel und die Erweiterung des Solebades, informierten Müller und Richter.

„Wenn's stinkt, rufen Sie uns bitte an.“
Dieter Richter, Stadtbauamt

• Vom Tisch ist möglicherweise das Problem des Gestanks aus den Kanälen (wir berichteten). Laut Richter liegt die Ursache in einer Druckleitung eines Pumpwerkes. Restwasser produziere den Gestank. Mit sogenannten Geruchsdämpfern, einer Art Filter aus Dämmstoffen in den Kanaldeckeln, soll das Problem beseitigt werden. Das System funktioniere auch in anderen Gemeinden, so Richter, der um Unterstützung bat. „Wenn's stinkt, rufen sie uns bitte an.“

• Erneut Thema waren die abgestellten Laster im Gewerbegebiet Schwarzacher Straße und der damit einhergehende „Saustall“, wie es Karlheinz Conrad ausdrückte. Die Schwerfahrzeuge zerstörten Fahrbahnränder und Gräben und der Müll liege überall herum. OB Müller berichtete, dass man das Problem unter anderem mit den Verantwortlichen im Frachtpostzentrum besprochen habe, denen der Saustall ebenfalls ein Dorn im Auge sei. Viele der Lkw kämen von der Autobahn, da es dort nicht genügend Parkplätze gebe.

• Offiziell stillgelegt sei inzwischen die Bahnstrecke zwischen Kitzingen und Großlangheim berichtete der OB. Um die Straße von der Nordtangente in Richtung Großlangheim fortzuführen, müsse die Stadt die Bahntrasse erwerben. Geplant sei, an der Einfahrt zum Richthofen-Circle und der Firma ConneKT einen Kreisverkehr zu bauen.

• Verzögern wird sich der Bau des Übergangs von der alten Mainbrücke zum Markt, so der OB auf Nachfrage eines Zuhörers. Es habe nur eine Firma ein Angebot abgegeben und das habe 50 Prozent über der Kostenkalkulation gelegen. Nach Absprache mit der Regierung von Unterfranken soll die Baumaßnahme im Winter noch einmal ausgeschrieben werden.