Es ist so wunderbar bequem: Wahlunterlagen anfordern, in Ruhe daheim die Kreuzchen machen und portofrei in einem bereits vorbereiteten Umschlag abschicken.  Kurzum: Die Briefwahl ist eine feine Sache, von Wahl zu Wahl wird sie beliebter. Im Landkreis Kitzingen deutet sich bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag wieder ein neuer Höchstwert bei den Briefwählern an.

Wobei in Kitzingen derzeit der – nicht zuletzt durch Corona – erwartete zusätzliche Ansturm auf die Unterlagen ausgeblieben ist: Bis Mitte dieser Woche gingen 6509 Briefwahlanträge ein, das entspricht in etwa der Briefwählerzahl der vorangegangenen Bundestagswahl, aktuell 43,5 Prozent. Wahlberechtigt sind 14 967 Einwohner. Lediglich Etwashausen hat sich allem Anschein nach zu einer Briefwahl-Hochburg entwickelt. Dort schießen die Zahlen stramm nach oben, wie die Sachbearbeiterin und Leiterin des Einwohnermeldeamtes Astrid Haaf auf Anfrage mitteilt. 

Kreiswahlleiter kommt aus Schweinfurt

Bei den jüngsten Kommunalwahlen im Jahr 2020 war Astrid Haaf noch Wahlleiterin gewesen – was diesmal anders ist. In den Städten und Verwaltungsgemeinschaften gibt es zwar entsprechende Sachbearbeiter, allerdings ist bei Bundestagswahlen lediglich ein Kreiswahlleiter vorgesehen. Der Landkreis Kitzingen bildet zusammen mit Stadt und Land Schweinfurt einen eigenen Wahlkreis, für den diesmal der Schweinfurter Jan van Lackum als Wahlleiter verantwortlich zeichnet.

Ansprechpartnerin für die Briefwahl in Dettelbach ist Claudia Bräuer. Auch sie hat auf Anfrage nachgezählt: Bis Mitte der Woche wurden 2971 Unterlagen verschickt, was bei 5569 Wahlberechtigten genau 53,3 Prozent ausmacht. Bei der vorangegangenen Bundestagswahl vor vier Jahren hatte die Quote bei gut 32 Prozent gelegen.

Bei den Kommunalwahlen 2020 betrug der Briefwahl-Anteil in Dettelbach glatt 54 Prozent. Diesmal, so Bräuer, habe man vorsorglich die Unterlagen für 4000 mögliche Briefwähler vorbereitet. Wobei aktuell weiterhin Wahlzettel für daheim angefordert werden – die 3000er-Grenze dürfte Ende dieser Woche locker überschritten sein.

Quote fast bei 55 Prozent

Martin Müller weiß Bescheid, wie die Briefwahl-Lage in der  Verwaltungsgemeinschaft Volkach ist, also in Volkach, Sommerach, Nordheim. Dort gibt es 9041 Wahlberechtigte, die aktuelle Zahl der angeforderten Briefwahl-Unterlagen liegt bei 4931. Das entspricht einer Quote von 54,5 Prozent. Ein Trend, der sich bei den Stichproben gerade oft abzeichnet.

Das letzte Wort ist dabei noch nicht gesprochen: Briefwahl-Unterlagen können bis zum letzten Moment angefordert werden. Genauer: bis spätestens Freitag vor dem Wahltag. Wichtig dabei ist: Der zurückgeschickte Brief mit den Kreuzchen muss am Wahlsonntag bis 18 Uhr an der zuständigen Stelle vorliegen.