Die seit 1970 beobachtete Erwärmung der Erde und der globale Klimawandel ist mit einer Sicherheit von 95 Prozent durch den Menschen verursacht. Das war die Botschaft, die der Klimaforscher Prof. Dr. Heiko Paeth bei der Tagung der vlf-Kreisverbände (Verband für landwirtschaftliche Fachbildung) Kitzingen und Würzburg den Landwirten mitgab.

Zunächst erläuterte Prof. Paeth von der Universität Würzburg, welche Folgen der Klimawandel für die Landwirtschaft hat. Demnach kann die bisherige Klimaerwärmung nur mit dem Einfluss des Menschen plausibel erklärt werden. In den zurückliegenden zehn Jahren, so ergab eine Auswertung der renommierten Wissenschafts-Zeitschrift „Science“, stellte nicht eine von 10 000 wissenschaftlichen Publikationen den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel in Frage, so Paeth.

Paeth rechnet mit einer Erwärmung von drei bis sieben Grad während des Winters. Dabei werden die Winter feuchter und wärmer, während die Sommer trockener und heißer werden. Gleichzeitig wird die Häufigkeit von Extremniederschlägen zunehmen.

Nach den Prognosen des Klimaexperten wird die Zahl der Hitzetage (Tage über 25 Grad Durchschnittstemperatur) bis zum Jahr 2100 auf bis zu 50 Tage pro Jahr steigen. Derzeit gibt es bis zu drei solch heißer Tage im Jahr. Damit gleicht das unterfränkische Klima dann dem von Südfrankreich oder Spanien. Und: In Zukunft werde es ferner keine Temperaturen unter minus sieben Grad mehr geben, sagte Paeth. Folge für die Landwirtschaft ist eine Verlängerung der Vegetationsperiode. Sie könnte sich in Deutschland um zwei oder drei Monate verlängern. Der gestiegene CO2-Gehalt der Atmosphäre werde vor allem Pflanzen wie Getreide, Rüben und Kartoffeln zu Gute kommen. Beim derzeitigen Gehalt von 400 ppm (parts per million/Teilen pro Million) CO2 haben dagegen Pflanzen wie Mais oder Hirse bereits ihr Sättigungsniveau erreicht, erläuterte Paeth. Ein weiter ansteigender CO2-Gehalt werde ihr Wachstum nicht weiter fördern.

Nach den Ausführungen des Klimaforschers der Uni Würzburg hatte der Mensch jedoch bereits in der Vergangenheit Einfluss auf das Klima. Den ersten Eingriff des Menschen hat es schon bei den Römern und Griechen gegeben. Damals sind rund 10 Millionen Quadratkilometer oder 6,7 Prozent des Waldes auf der von ihnen besiedelten Fläche gerodet worden. Das Mittelmeerklima ist somit ein von Menschen gemachtes Klima.

Der Wasserwirtschaftler Axel Bauer äußerte seine Sorge über teilweise seit 2009 fallende Grundwasserpegel. Diese Tendenz war 2015 auch oberflächlich in Bächen und Flüssen zu beobachten. Im Main sind die Wassertemperaturen auf bis zu 27 Grad gestiegen. Mit dem einhergehenden niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser hatten Fische und andere Wasserlebewesen zu kämpfen. Durch Überleitung von der Donau sind 150 Millionen Kubikmeter (m³) Wasser im Jahr in den Main geflossen. Wenn der Abfluss am Mainpegel bei Trunstadt nahe Bamberg unter 41 m³/Sekunde sinkt, können so mit Hilfe des Main-Donau-Kanals und der mittelfränkischen Seen bis zu 15 m³/Sekunde übergeleitet und damit die Wasserqualität im Main verbessert werden.

Bauer stellte außerdem verschiedene Projekte vor, bei denen die Wasserwirtschaft im engen Austausch mit der Landwirtschaft steht. Er signalisierte die Bereitschaft der Wasserwirtschaft, mit der Landwirtschaft die kommenden Probleme zu beraten und gemeinsame Lösungen zu suchen.