Im Tor hat sie angefangen, aber eigentlich ist Huong eine Läuferin. Seit 2008 unterstützt die 19-Jährige aus dem Landkreis Kitzingen die Damenfußballabteilung des TSV Frickenhausen. Ab der kommenden Saison hätte sie einen Stammplatz im Mittelfeld der ersten Damenmannschaft gehabt - wozu es jetzt erst einmal nicht kommen wird. Denn vor einigen Wochen bekam Huong die schlimme Diagnose: Leukämie. Schon wieder. Was viele ihrer Freunde und Mannschaftskameradinnen bis zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Huong kämpfte als Kind schon einmal mit dem Blutkrebs und besiegte ihn mithilfe einer Chemo-Therapie. "Das reicht diesmal nicht", weiß Andrea Hauck, Betreuerin der Frickenhäuser Fußballdamen. "Huong braucht gesunde Stammzellen, um zu überleben."

Schwierige Suche


Doch die Suche nach einem passenden Spender ist schwierig. "Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen sozusagen genetische Zwillinge sind", erläutert Sabrina Grupp von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Die Suche sei aber auch deshalb so schwer, weil viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen.

Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Spender für Huong erfolglos. Um ihr zu helfen, organisiert der TSV Frickenhausen gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion. Sie findet am Sonntag, 29. Juli, in der Sporthalle in Eibelstadt statt. "Es ist der Wahnsinn, wir bekommen Unterstützung von allen Seiten", freut sich Andrea Hauck: Der Bürgermeister von Frickenhausen hat die Schirmherrschaft übernommen und hilft wie sein Eibelstädter Kollege bei der Organisation. Ebenfalls Schirmherrin ist die ehemalige Fußballnationalspielerin Steffi Jones, die auch vor Ort sein wird. "Außerdem haben sich zahlreiche andere Helfer und Unterstützer gemeldet, die sich organisatorisch beteiligen werden", zeigt sich auch Sabrina Grupp erfreut. So wird zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr in Frickenhausen einen Shuttleservice nach Eibelstadt einrichten. Die Würzburger Malteser und der Main-Ärzte-Verbund in Ochsenfurt haben ebenfalls ihre Hilfe zugesagt.

Um für die Spielerin der 1. Fußballfrauenmannschaft und viele andere Betroffene einen passenden Spender zu finden, hoffen alle Beteiligten, dass sich möglichst viele Menschen aus der Region in die DKMS aufnehmen lassen. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender registrieren lässt, ist eine weitere Chance für Huong und andere Patienten weltweit.

Die 19-Jährige ist seit etwa fünf Wochen im Krankenhaus und kann selbst an der Aktion nicht teilnehmen. "Es geht ihr den Umständen entsprechend - die Chemo macht ihr zu schaffen", weiß Hauck, die in regem Kontakt mit der jungen Frau steht. "Aber sie freut sich riesig über die Hilfe und das Event für sie." Die Frickenhäuser Kameradinnen sind nämlich gerade dabei, aus der Typisierungsaktion eine richtig tolle Veranstaltung für Jung und Alt zu machen. "Es wird Musik geben, eine Tombola, ein Benefizfußballspiel, Essen, Getränke und Aktionen für Kinder und Erwachsene", zählt Hauck auf. Jeder ist mit seiner Familie eingeladen - ob er nun Stammzellen spenden kann und will, oder nicht. "Es zählt ja auch jeder Pfennig", sagt Hauck schmunzelnd.

Wer ist geeignet?


"Mitmachen kann grundsätzlich jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist", sagt Grupp. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, um seine Gewebemerkmale zu bestimmen. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.

"Genauso wichtig ist aber auch die finanzielle Unterstützung der Aktion", sagt die DKMS-Mitarbeiterin. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. "Um die geplante Aktion überhaupt durchführen zu können, benötigen wir auch finanzielle Hilfe."

Grupp, Hauck und der ganze TSV Frickenhausen hoffen jetzt, dass sich irgendwo - in der Region oder sonst irgendwo auf der Welt - ein passender Spender für Huong findet, "damit sie so bald wie möglich wieder mit uns spielen, lachen und feiern kann".