„Die Gestaltung des eigenen Lebensraums führt in eine erfolgreiche Zukunft“, meinte der Willanzheimer Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Wolbert bei der Eröffnung des Kreisheimattags in Hüttenheim. Und Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert befand anlässlich der 1100-Jahr-Feier: „Wir können voller Stolz auf unser Dorf blicken.

Applaus von der Landrätin

„Heimat ist da, wo wir leben“, erklärte Landrätin Tamara Bischof und gab ihrer Freude darüber Ausdruck, dass viele nach beruflicher Ausbildung und Karriere wieder den Weg zurück in die Landkreis-Kommunen finden würden. „Es ist einen großen Applaus wert, was Sie aus Ihrem Dorf gemacht haben“, lobte die Landrätin die Hüttenheimer.

Wolbert begrüßte auch eine Delegation aus den ungarischen Partnergemeinde Zanka mit Bürgermeister Miklos Filep in deren Landessprache, und später führten die Ungarn traditionelle Tänze vor. Ingrid Reifenscheid-Eckert würdigte das Zusammenwirken in der Gemeinde. Viele Ehrenamtliche hätten ein großartiges Festprogramm auf die Beine gestellt.

Prozession zum Auftakt

Zum Auftakt des Festwochenendes hatten die Hüttenheimer mit den Geistlichen Matthias Subatzus und Paul Neumeier eine ökumenische Lichterprozession begangen, das Kirchenburgsingen erlebt und eine stimmungsvolles Weinfest gefeiert. „Harmonie“ war bei der Eröffnung im Spiel, gestaltete doch der gleichnamige Chor den Auftakt. Weinprinzessin Anna-Lena Willfarth eröffnete das Fest mit einer Glocke und lud die Gäste zum Anstoßen mit dem Jubiläumswein ein, den sechs örtliche Winzer kreiert hatten. „Wir zeigen heute die Vielfalt unseres Dorfes in Hülle und Fülle“, wandte sich Ingrid Reifenscheid-Eckert an die Gäste und versprach nicht zu viel.

Während das Dorf im Rathaus in alten Bildern und in einer von Silke Seebeck getöpferten Luftansicht zu sehen war, durften die Gäste Führungen durch Weinkeller, den jüdischen Friedhof, private Museen, durch Kirchen oder durch Kräuterwiesen machen. Bei Altbürgermeister Wilhelm Sturm waren Bulldogs zu bewundern. Die Schule und der Kindergarten öffneten ihre Türen und im Sportheim wartete das Unternehmen Knauf mit einer Fotoausstellung über die Geschichte der Hüttenheimer Grube auf. Im Freien waren die Kinder fasziniert von den großen Bergbau-Maschinen.

Attraktive Einblicke

Mit mehreren Aktionen waren die Verkehrswacht und die Polizeiinspektion Kitzingen vor Ort und auch die Diakoniestation Markt Einersheim, das Weinparadies Franken, die Interkommunale Allianz „7-22 Südost“ und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren vertreten. Ein Blumenmeer erwartete die Gäste in der Gärtnerei Schunke, Bocksbeutel-Raritäten und archäologische Funde waren bei Winzern zu bestaunen und das Fahrradmuseum Gonschorek erlebte ebenso viel Zuspruch wie der Tante-Emma-Laden der Familie Därr.

Lebhaft ging es hinter dem Sportplatz zu, wo eine Merowinger-Gruppe Wolle färbte und Bronze goss wie einst im 6./7. Jahrhundert. Ein paar Meter weiter hatte die mittelalterliche Gruppe „Fränkische Flanke“ ihre Zelte aufgeschlagen, mimte das Lagerleben im 13. Jahrhundert und nahm damit Bezug zur Zeit des Deutschen Ordens in Hüttenheim.

Münze zum Jubiläum

Dass die Besucher mit einer bleibenden Erinnerung nach Hause gehen konnten, dafür sorgte der Münzprägestand der Sparkasse Mainfranken. Zudem hatte Silke Seebeck von der gleichnamigen Töpferei Jubiläums-Tassen und -Becher angefertigt. In das Festwochenende war auch der Bauernmarkt im Kirchenburg-Ensemble integriert und die Winzer und Gastronomen sorgten sich um das leibliche Wohl der Gäste.