Trotz interner Rivalitäten um die Spitzenjobs in Partei und Regierung setzt die CSU im Großen auf das Prinzip Geschlossenheit. Den gleichen Kurs fahren auch die Christsozialen im Landkreis Kitzingen: Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst setzt Kreis-Chef Otto Hünnerkopf auf einen Burgfrieden zwischen den beiden Parteikollegen, die im Herbst 2018 seinen Sitz im Landtag übernehmen könnten, Barbara Becker und Burkhard Klein.

Letzterer hatte im Oktober vergangenen Jahres ein paar politische Steine ins Rollen gebracht. Klein verkündete damals beim fränkischen Abend des CSU-Ortsverbands Fröhstockheim, dass er Hünnerkopfs Nachfolger werden wolle: sowohl als Kreisvorsitzender wie auch als Kandidat für den Landtag.

Vorstoß mit Folgen

Der unerwartete Vorstoß des Rödelseer Bürgermeisters brachte Hünnerkopf kurzfristig aus dem politischen Konzept. Der Abgeordnete wollte zwar beide Ämter abgeben, die Debatte um seine Nachfolge aber „möglichst lange“ vermeiden.

Als die Hoffnung mit Kleins Ankündigung platzte und ein mögliches Hauen und Stechen um die Parteispitze im Kreis drohte, setzte Hünnerkopf auf innerparteiliche Beruhigung: „Um Kontinuität zu gewährleisten, bewerbe ich mich noch einmal um den Kreisvorsitz.“

Ziel sei es jetzt, „mit vollen Kräften den Bundestagswahlkampf zu führen“. Dies habe er auch den beiden Bewerbern um seine Nachfolge gesagt. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die Ortsvorsitzendenkonferenz am 21. Januar in Kitzingen. Hier werde vor allem der Bundestagswahlkampf besprochen, aber auch die Neuwahl des Kreisvorstands thematisiert. Ein Termin im Juni sei recht wahrscheinlich: „Da biete ich mich noch mal an“, betont Otto Hünnerkopf.

Erst geht's um den Bundestag

Um seinen Sitz im Landtag geht es nach der Bundestagswahl, die vermutlich am 24. September stattfinden soll. Die Nominierungsversammlung sei für Oktober geplant. Wer da mit Sicherheit kandidiert, ist Burkhard Klein, der sich aber ebenso wie Hünnerkopf vorerst auf das Nahziel konzentriert: „Wir kümmern uns vorerst um den Bundestag.“

Klein macht aber seine Ambitionen deutlich. Er will auch den Kreisvorsitz, aber nicht sofort: „Es gibt keine Kampfkandidatur“, sagt der 50-Jährige mit Blick auf die nahende Vorstandswahl. Dies sei alles mit Hünnerkopf abgestimmt: „Wir verstehen uns sehr gut.“ Was zum offiziellen Vorgehen noch fehle, sei ein Vorstandsbeschluss.

Eher vorsichtig taktiert Barbara Becker. Die wird zwar CSU-intern als Mitbewerberin um den Kreisvorsitz und das Landtagsmandat gehandelt, wagt sich aber noch nicht aus der Deckung. Was Becker aber begrüßt, ist Hünnerkopfs Strategie, mit dem nochmaligen Antreten als Kreis-Chef die Ruhe in der Partei zu wahren: „Wir sind ein eingespieltes Team. Und das braucht es für die Bundestagswahl.“

„Das Beste für den Wahlkreis“

Größte Zurückhaltung hat sich die 47-Jährige bei Fragen nach ihrer möglichen Kandidatur auferlegt: „Mein Verständnis – nicht nur von Parteiarbeit – ist es, mich erst intern mit Familie und Gremien abzustimmen und dann zu gegebener Zeit die Öffentlichkeit zu informieren.“ Im Augenblick diene jedes Gespräch mit Parteifreunden dazu, „nicht nur über eine mögliche Kandidatur zu entscheiden“, sondern auch über Inhalte und Aufgaben des Amts zu diskutieren.“ Am Ende werde es nur um eines gehen: „Das Beste für den Wahlkreis Kitzingen.“