An der Astheimer Mainseite, in Höhe des Wohnmobil-stellplatzes, könnte schon in diesem Jahr eine Anlegestelle für Hotelschiffe gebaut werden. Für dieses Ansinnen hatte die Andernacher Firma SBS GmbH im Auftrag der Schweizer Firma River Dock eine Stellungnahme des Stadtrates Volkach erbeten, und die Räte zeigten sich am Montagabend durchaus angetan von der Anfrage. Versehen mit einigen Auflagen und Hinweisen stimmten sie dem Ansinnen einstimmig zu. Spätestens ab dem nächsten Jahr können dann regelmäßig Hotel- und Kreuzfahrtschiffe in Astheim anlegen.

Um den Bau der Anlegestelle, einem schwimmenden Ponton, „müssen wir uns nicht kümmern, das erledigt die Schweizer Firma“, sagte Bürgermeister Peter Kornell in der Sitzung des Stadtrats. Pro Jahr seien etwa 200 Anlegevorgänge geplant, „und wir wollen diesen Hotelschiffen in Volkach einiges bieten und unsere Region noch stärker vermarkten“. So seien nicht nur die obligatorischen Führungen in der historischen Altstadt Volkachs und Wanderungen durch die Weinberge mitsamt Weinproben, sondern auch Ausflüge in die Umgebung möglich, „vielleicht auch mal selber keltern oder bei der Weinlese oder dem Spargelstechen helfen“.

Die Tourist-Information würde den Fahrgästen entsprechende Angebote bereit stellen, und Kornell setzt auch auf den Folgebesuch: „So mancher Fahrgast könnte durchaus später zu einem etwas längeren Urlaub nach Volkach kommen.“ Und die Gäste der Hotelschiffe würden auch den einen oder anderen Euro in Volkach lassen, wie es in einem Urlaub immer wieder der Fall sei. „Das weiß ich selbst, wenn ich mit der Familie im Urlaub bin, da sitzt das Geld schon etwas lockerer“, sagte Kornell.

Um den großen Wasserbedarf der Hotelschiffe zu decken, auf denen auch geduscht und gebadet wird, wird die Stadt eine Wasserleitung zur künftigen Anlegestelle verlegen. Auch eine Stromleitung wird verlegt, wohl mit der Stärke von 400 Ampere. Was Ratsfrau Ingrid Dusolt zur Frage animierte, ob auch die Benutzer des Wohnmobilplatzes über Wasser und Strom verfügen dürften. Eine Versorgung mit Wasser sei nicht möglich, entgegnete der Bürgermeister, „dort fehlt es an der Kanalisation. Die Schiffe verfügen über eigene kleine, aber hochmoderne Kläranlagen, und nur das, was nicht in den Main entsorgt werden kann, wird von Fachfirmen erledigt“. Über Strom für die Wohnmobile könne man nachdenken, beschied Kornell.

Zweifel wegen der Fischer

Bedenken könnten seitens der Mainfischerei kommen, fuhr Dusolt fort. Die erwarte er ebenfalls, so Kornell, „die Fischer sind ja Träger öffentlicher Belange, die ohnehin zu Wort kommen werden“. Sie würden wohl die Anlegestelle ablehnen, sagte Kornell, wegen der möglichen Laichgründe der Fische. „Es geht hier um etwa 200 Meter Anlegestelle, und wie viele Kilometer Mainufer sind ohne Anlegestelle“, so die rhetorische Frage Kornells. Für die fischereirechtlichen Fragen sei das Wasser- und Schifffahrtsamt zuständig, und das würde laut Kornell sehr genau arbeiten und jeden Einwand „eher dreimal prüfen, bevor eine Stellungnahme abgegeben wird.“

Mit dieser Schiffsanlegestelle würde sich für Volkach eine „große Chance“ ergeben, war sich der Stadtrat einig. Der Wohnmobilplatz müsse gar nicht verlegt werden, weil die ausführende Firma über sehr viel Erfahrung verfüge, „die können sehr gut mit diesem Platz an genau der Stelle leben“. Auch ein Bushalteplatz müsse eingerichtet werden, was für den Stadtrat ebenfalls kein großes Problem darstellte. Und dass wegen des benachbarten Kieswerkes der Firma LZR auch mal morgens um sechs Uhr ein Betonmischer am Schiff vorbeifahren könne, „damit können die ebenfalls gut leben, moderne Schiffe sind sehr gut schallisoliert“.