Ehre wem Ehre gebührt: Fast fünf Stunden dauerte der Ehrenabend im Löwenhof für Horst Kohlberger. Jetzt trägt er nicht nur die Titel Ehrenbürger und Altbürgermeister, seine Familie verlieh ihm auch die des Ehrenpapas und -opas. Sein Wunsch: mehr Zusammenhalt im Gemeinderat.

Immer wieder musste wegen der Corona-Auflagen seit Anfang 2020 der Ehrenabend für Horst Kohlberger verschoben werden. 315.552 Stunden hat er ab 1. Mai 1984 zuerst als Gemeinderat, ab 1996 auch als 2. Bürgermeister bis 30. April 2020 die Gemeinde begleitet, geleitet und mitentwickelt. Nach dem überraschenden Tod des gewählten Bürgermeisters Hugo Dotterweich war er eine Zeit lang geschäftsführender Bürgermeister.

Auch in der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft hatte er einen Sitz. Viele Gäste, mit denen Kohlberger in seinen Funktionen Verbindung und Kontakt hatte, waren gekommen. Darunter sein alter Weggefährte, der frühere Landtagsabgeordnete Franz Brosch, während Ehrenbürger und Altbürgermeister Friedrich Amberger, Bundesminister a.D. Michael Glos und der frühere Iphöfer Bürgermeister Josef Mend per Video-Einspielung Glückwünsche überbrachten.

Stoische Ruhe als Markenzeichen

Bürgermeister Burkhard Klein, der mit Kohlberger ein freundschaftliches, fast väterliches Verhältnis pflegte, hob die "stoische Ruhe" hervor, die Kohlberger stets an den Tag gelegt habe und an der sein "jugendlicher Tatendrang" abgeperlt sei.

Klein erinnerte an das Jahr 1984, als Horst Kohlberger kommunalpolitisch loslegte und an viele Projekte, an denen der Geehrte beteiligt gewesen war. Dieser habe auch den Wandel von einer landwirtschaftlich geprägten zu einer Wohnortgemeinde miterlebt. "Heute steht kein Schwanz mehr im Stall", sagte Klein.

Auf das Allgemeinwohl der gesamten Gemeinde fokussiert

Viele Momente habe es gegeben, bei denen sich Kohlberges Loyalität gezeigt habe. Klein erinnerte an die Abschlussfeier zur Städtebauförderung, als Kohlberger kurzfristig hatte einspringen müssen. Auch heute noch übernehme er Amtsstunden.

Kohlbergers Hauptaugenmerk sei auf das Allgemeinwohl der ganzen Gemeinde fokussiert gewesen. Das habe er auch vorgelebt, indem er sich zum Beispiel in zahlreichen Vereinen engagiert habe. Auch Theater habe er gespielt und bei der Kirchweih gerne bedient.

Gemacht habe er das alles, weil auf ihn das zutreffe, was der ehemalige Abt-Primas der Benediktiner, Notker Wolf, einmal gesagt habe: "Man muss die Menschen mögen". Klein: "Du hast sie gemocht und Du magst sie immer noch – und sie mögen Dich." Kohlberger habe jeden geschätzt und geachtet – ein Gentleman eben, sagte der Bürgermeister, bevor er die Ernennungsurkunde überreichte. Horst Kohlberger durfte aber noch zwei weitere Male auf die Bühne. Denn er bekam von seinen beiden Töchtern und zwei Enkelinnen den Titel Ehrenpapa und Ehrenopa sowie von der Gemeinde den Titel Altbürgermeister verliehen.

Nach dem Dank an Ehefrau Gertrud folgen mahnende Worte

Kohlberger selbst äußerte sich gewohnt bescheiden, gab aber zu, dass er "total gerührt" sei. Die Auszeichnung gehöre nicht ihm allein, denn seine Aufgaben in der Gemeinde und den Vereinen habe er nur dank der Unterstützung seiner Frau Gertrud machen können.

Seinem Dank schickte er mahnende Worte hinterher. Denn er wünschte dem Gemeinderat mehr Zusammenhalt. Was ihn als Fröhstockheimer schmerze, sei, dass fast ausschließlich die Fröhstockheimer Gemeinderäte gegen Beschlüsse stimmten. Das bisher erreichte gute Miteinander werde so zunichte gemacht. Nur durch Gemeinsamkeit, nicht durch Streit zwischen den Dörfern, könnten auch Projekte für Fröhstockheim realisiert werden.

Grußworte sprachen Pfarrerin Raffaela Meiser – auch im Namen von Pastoralreferent Hermann Menth, Franz Brosch für die Politik, Tobias Wandler für die Vereine, Weinprinzessin Damaris Heß sowie Bernd Lussert und Peter Hirschberger als Wegbegleiter im Gemeinderat. Musikalisch bereicherten Schulkinder, der Posaunenchor und die Winzerkapelle den Ehrenabend.