Die Kommunalwahlen liegen jetzt schon ein halbes Jahr zurück, und trotz Corona haben sich die Bürgermeister und ihre Gemeinde-Parlamente inzwischen gerüttelt und zusammengefunden. Trotz oder gerade wegen der Pandemie gibt es in den Kommunen nämlich viel zu tun.

Nur in Biebelried scheint man noch nicht in den normalen Arbeitsmodus gefunden zu haben, der bei drei Gruppierungen auch die Fähigkeit zu Kompromissen und zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen erfordert. Noch immer hängt sich der Gemeinderat an der Diskussion über die Aufwandsentschädigung für Bürgermeister Hoh auf.

Die goldene Brücke

Dabei hatte das Landratsamts allen Beteiligten zuletzt eine goldene Brücke gebaut: Zwischen der bisherigen Aufwandsentschädigung für Hoh und seiner Forderung nach einer Erhöhung hat die Kreisbehörde einen wohl begründeten Kompromiss gefunden, dem eine ausführliche Prüfung der Sachlage vorausgegangen war. Fair, objektiv, nachvollziehbar – sollte man meinen.

Doch die Mehrheit des Gemeinderats kartet nach und will jetzt gegen diesen Bescheid des Landratsamts Widerspruch einlegen. Wohl gemerkt: gegen einen Bescheid, nicht gegen eine Empfehlung. Dabei hätte es allen Seiten gut getan, die Kuh auf diesem Weg elegant vom Eis zu bekommen.

Endlich den Ausgang der Wahlen akzeptieren

Was wird nun wahrscheinlich passieren? Die Regierung von Unterfranken wird den Bescheid des Landratsamts und sein Zustandekommen prüfen. Wenn dabei keine Fehler zutage treten, wird die Regierung sehr wahrscheinlich den Widerspruch abschmettern. Am Ende bekommt Hoh dann etwas mehr als bisher für seine ehrenamtliche Tätigkeit, was in seiner zweiten Amtsperiode nicht ungerechtfertigt erscheint.

Vom Gemeinderat aber bleibt der Eindruck, dass er sich nicht einmal – wie alle anderen Gremien im Landkreis – über vergleichsweise unproblematische Themen einigen kann und vor allem, dass manche Mitglieder den Ausgang der Wahlen immer noch nicht akzeptieren wollen.