Alles, was der Gemeinderat beschlossen habe, sei im Haushalt für 2021 abgebildet, betonte Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein bei der Vorberatung des Zahlenwerks. Zwar würden die großen Projekte die Gemeinde mindestens für die nächsten zwei Jahre binden, große Sprünge könne man nicht machen, aber es gebe dennoch Luft. Um alles finanzieren zu können, steht eine Kreditaufnahme von bis zu drei Millionen Euro im Raum.

Kämmerer Günther Schell gab sich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zuversichtlich, dass die Gemeinde von der Rechtsaufsicht den Kredit genehmigt bekommt. Denn aufgrund der vielen Investitionen können voraussichtlich nur 16 400 Euro aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt fließen. Denn diese Summe sollte eigentlich der Höhe der Tilgungen entsprechen, also 237 200 Euro. Berücksichtigt man dabei noch die Investitionspauschale von 126 500 Euro, hat die Summe der so genannten freien Finanzspanne der Gemeinde für 2021 trotzdem ein Minus vor der Zahl, nämlich minus 94 300. Ins Plus wird es voraussichtlich erst wieder im Jahr 2024 rutschen.

Das hat Gründe. Ein Grund ist, dass die Gemeinde bei der Bezahlung der Sanierungsarbeiten im Baugebiet am Schlossberg erst einmal in Vorleistung gehen muss. Wann die Versicherung des Verursachers der Schäden die Summe begleicht und in welcher Höhe, wissen weder der Bürgermeister noch der Kämmerer.

Rund 1,5 Millionen Euro für die Dorferneuerung in Fröhstockheim

In Fröhstockheim läuft die Dorferneuerung. Bürgermeister Klein rechnet damit, dass 1,5 Millionen Euro als Eigenanteil bei der Gemeinde bleiben werden. 500 000 Euro werden es wohl bei der Kindergartenerweiterung sein. Für den Bauhof fällt wohl die Summe von einer Million Euro an. Dann kommen noch Abwasserprojekte und Grunderwerb hinzu. Auch das geplante Baugebiet Am Schwanberg findet sich in der Finanzplanung. Die weitere Entwicklung bei Schloss Crailsheim werde wohl erst wieder ab 2024 möglich sein, meinte Klein.

Natürlich schaut man bei einem engen Haushalt auf die freiwilligen Leistungen. Die betragen nämlich für das Jahr 2021 rund 136 600 Euro. Darin enthalten sind unter anderem der Corona-Schutzschirm von 30 000 Euro, der Betriebskostenzuschuss für den Dorfladen (19 000 Euro), der Familienbonus und die "Stoffy-Kinder" (45 000 Euro) und freiwillige Zuschüsse an die Kindertagesstätten (18 000 Euro). In den Folgejahren sind die freiwilligen Leistungen mit 81 100 Euro veranschlagt.

Freiwillige Leistungen sollen beibehalten werden

Leistungen, an denen Gemeinderat Hermann Eickhoff auch gerne festhalten möchte. "Es wäre ein falsches Signal bei freiwilligen Leistungen zu sparen", sagte Eickhoff mit Blick auf das Volumen des Gesamthaushaltes. Zumal er sicher ist, dass sich etliche Investitionen bald refinanzieren und die Gemeinde wieder freier im finanziellen Handeln wird. Dabei nannte er die Zahlung der Versicherung ebenso wie den Verkauf der Bauplätze im Baugebiet "Am Schwanberg" und die vermutlich dann auch höhere Einkommenssteuerbeteiligung.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, dem Haushalt zuzustimmen. Das Gremium trifft sich zur Verabschiedung des Haushaltes für 2021 am Donnerstag, 15. Juli.