Nicht nur Bürgermeister Erich Hegwein hofft, dass die Querelen in der Freiwilligen Feuerwehr Marktbreit ein Ende haben. Seit Freitag hat die Wehr mit Florian Wallochny und seinem Stellvertreter Marco Kessler zwei junge Kommandanten. Denen wünschte Kreisbrandrat Roland Eckert für ihr Amt das „berühmte glückliche Händchen“.

Erich Hegwein hatte in der Ratshausdiele 42 Wahlberechtigte begrüßt, ihnen für ihre Einsatzbereitschaft gedankt und bemerkt, dass die Wehrler auch bei widrigem Wetter zur Stelle seien. Kurzer Blick zurück: Bei der Feuerwehr hatte sich seit Monaten eine zwischenmenschliche Gewitterfront zusammengebraut, die schwere Turbulenzen verursacht hatte. Von mehreren Seiten schossen Feuerwehrleute quer. Innerhalb der Truppe taten sich Gräben auf und auch zwischen dem Bürgermeister und der Wehrführung kam es zu Meinungsverschiedenheiten.

Das führte dazu, dass im November 2015 der langjährige Kommandant mit seinem Stellvertreter Wolfgang Bücherl seinen Hut genommen hatte. Vor einigen Wochen waren Volker Schlegelmilch zum Kommandanten und sein Stellvertreter Florian Wallochny zu Nachfolgern gewählt worden. Doch der städtische Mitarbeiter Schlegelmilch trat gleich wieder zurück um zu vermeiden, zwischen die Fronten zu geraten. Wallochny tat es Schlegelmilch gleich und warf die Brocken hin. Die erneute Dienstversammlung am Freitag war notwendig, um das Führungs-Vakuum zu beheben.

Von den 73 Aktiven und Jugendlichen, die hätten wählen dürfen, waren 43 erschienen, darunter auch Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht. Als Wahlleiter Roland Eckert den Wahlvorgang eröffnete, wurde Joachim Müller als erster Kandidat vorgeschlagen. Der kandidierte aber nicht. Während Roland Förster und Marco Kessler ebenfalls ablehnten, war Florian Wallochny zur Kandidatur bereit.

Die Wahlen gingen geheim über die Bühne. Florian Wallochny erhielt 30 Ja-Stimmen, bei fünf Nein-Stimmen und sieben ungültigen. „Ich denke, jetzt können wir mal klatschen“, kommentierte Roland Eckert das Ergebnis und Wallochny nahm die Wahl an. Marco Kessler stellte sich als Stellvertreter zur Wahl, ohne dass ein weiterer Kandidat vorgeschlagen wurde. Bei jeweils zwei Ungültigen und Nein-Stimmen, konnte Kessler 39 Stimmen auf sich vereinigen. Damit stand die neue Führung. Bürgermeister Hegwein verband seine Glückwünsche mit der Hoffnung auf eine „gute Zusammenarbeit in der Zukunft“. Roland Eckert sagte, dass wir weltweit um unser Hilfeleistungssystem beneidet würden und warb darum, dieses System zu erhalten. „Nutzt diese Chance und bleibt eurer Wehr treu“, sagte der Kreisbrandrat und setzte damit den Schlusspunkt der Dienstversammlung.