Die geplante Verlegung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mainsondheim und Hörblach ist für viele Hörblacher unnötig wie ein Kropf. In einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Hörblacher Feuerwehrhaus ließen mehrere Bürger ihrem Ärger über das Vorhaben der Autobahndirektion Nordbayern im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A 3 freien Lauf. Sie sehen in der neuen Trasse nördlich der Autobahn und parallel zu dieser Verschwendung landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Was die Hörblacher am meisten wurmt: An der neuen Einfahrt in die Staatsstraße 2271 bei Hörblach soll künftig eine Ampelanlage den Verkehr regeln. Für die Hörblacher ein Unding. Sie wünschen sich quasi geschlossen einen Kreisverkehr, zumal an dieser Stelle auch die nördliche Anschlussstelle „Kitzingen/Schwarzach“ in diese Kreuzung mündet. Bei der Vorstellung der Planungen durch Vertreter der Autobahndirektion sahen die etwa 80 Anwesenden lediglich den neuen Pendlerparkplatz als positiv an, der im Bereich der Ampelkreuzung entstehen soll. Mit dem Mitfahrerparkplatz mit 38 Plätzen würde für Schwarzach ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gehen.

„Ein Kreisel bringt nur etwas, wenn man gleichstarke Verkehrsströme hat“, sagte Jürgen Kaiser von der Autobahndirektion, der gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Bingel die Details der neuen Gemeindeverbindungsstraße vorstellte. Die bisherige Brücke, die die A3 überquert, wird überflüssig. Ebenso die bisherige Straße, die durch den Wald führt und erst vor kurzem mit staatlichen Mitteln saniert wurde. Neben der neuen Straße soll ein Flurweg den Landwirten ermöglichen, ihre Äcker zu bewirtschaften.

Ärger über Flächenverbrauch

Erst kurz vor der Einmündung in die St 2271 benötigt die Autobahndirektion Flächen der Hörblacher Gemarkung, was Jagdpächter Walter Kieser nicht nachvollziehen kann. Nach seiner Ansicht verringert sich der Wert der dortigen Jagd erheblich. „Lasst die Straße, wo sie ist“, forderte Kieser. Auch Alfred Grimmer war verärgert. „Wegen des 18. Lochs eines Golfplatzes (Mainsondheim) werden bei uns Flächen verbraucht“, wandte er sich gegen die Verlegung der Straße. Vor allem ärgerte sich Grimmer über die geplante Ampelanlage. Er sieht eine zusätzliche Lärmbelastung, weil die vielen Laster anhalten und wieder anfahren müssen. „Ein Kreisverkehr bremst den Verkehr ab, stoppt ihn aber nicht“, so Grimmer. Mehrere Redner unterstrichen die Befürchtungen des Hörblachers. Hartmut Ratz meinte: „Die Linksabbieger auf der Staatsstraße bringen den Verkehr zum Stillstand, weil die Ampel für den Gegenverkehr immer auf Rot schaltet“. Willi Priester ironisch: „Wie schlau Ampeln sein können, sieht man an der Kaufland-Einmündung bei Kitzingen. Wenn man dort ankommt, schaltet die Ampel auf Rot.“ Anja Rössert nannte die Ampelanlage an der B 22 bei Laub als Negativbeispiel. Kaisers Argument, dass Kreisel mit ihrer besonderen Beschilderung Geisterfahrer auf der Autobahn provozieren, stieß in der Versammlung auf wenig Gegenliebe. Richard Pfannes und Michael Krieger forderten im Einmündungsbereich der A 3 eine „Kleeblatt“-Lösung. „Das gibt es nur, wenn sich zwei Autobahnen kreuzen“, erwiderte Kaiser.

Bei der vorgesehenen Bauzeit konnte sich Kaiser noch nicht festlegen. „Vor 2017 passiert nichts“, so sein Kommentar auf die Frage von Bürgermeister Volker Schmitt. Erst einmal muss für den A 3-Abschnitt zwischen der Dettelbacher Autobahnbrücke und der Anschlussstelle Wiesentheid Baurecht bestehen und der Bund die Finanzierung zusagen.

Zieht man ein Fazit der genannten Informationen, steht wohl fest, dass die Verlegung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mainsondheim und Hörblach und die Ampelanlage an der St 2271 bereits beschlossene Sache der Behörden ist.