Die Zahl der in Verbindung mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen im Landkreis Kitzingen ist seit dem Vortag erneut um zwei auf nun 37 gestiegen. Dies berichtete das Landratsamt auf Basis der am Freitagmittag vorliegenden Daten. Nähere Angaben wie Alter oder Wohnort zu den jüngst Verstorbenen machte das Landratsamt nicht.

17 der statistisch erfassten Corona-Toten lebten in dem Dettelbacher Seniorenheim Phönix. Dort, heißt es aus dem Landratsamt, seien insgesamt 23 von 65 Mitarbeitern und 94 von ursprünglich 130 Bewohnern sowie ein externer Dienstleister seit Beginn des Ausbruchs positiv auf Covid-19 getestet worden. 20 positiv getestete Bewohner seien aus der Quarantäne wieder entlassen, fünf befänden sich aktuell im Krankenhaus.

Verstorbene mit Corona-Verdacht werden untersucht

Zur grundsätzlichen Frage, welche Verstorbenen als Corona-Tote erfasst werden, erklärt das Landratsamt, dass gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) alle Verstorbenen, die sich bekanntlich mit Covid-19 infiziert haben, in diese Kategorie fallen. Dies betrifft alle, bei denen das Virus Ursache des Todes war, sowie diejenige, die unter Vorerkrankungen litten. Das Gesundheitsamt entscheide, ob es ans RKI die Diagnose "verstorben an" oder "verstorben mit" Covid-19 übermittelt. Verstorbene, die zu Lebzeiten nicht auf Covid-19 getestet wurden, aber in Verdacht stehen, daran verstorben zu sein, können laut Landratsamt nach ihrem Tod auf das Virus untersucht werden – dies gilt nicht automatisch für alle Verstorbene. Im Umfeld einer Einrichtung, in der Corona ausgebrochen ist, werde darauf jedoch besonders geachtet.

Wie berichtet, haben das Landratsamt und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das von Corona hart getroffene Dettelbacher Heim mehrmals auf die Einhaltung der Hygieneauflagen kontrolliert, ohne Verstöße festzustellen. Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt das Landratsamt, dass es neben angekündigten Begehungen (zweimal mit dem LGL) auch unangekündigte Begehungen des Heims gegeben hat, zuletzt am 4. , 5. und 7. Januar.

Impftermin für Haus Phönix steht fest

Um Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims besser vor einer Corona-Infektion zu schützen, setzt der Betreiber auch auf Impfungen. Dem Landratsamt zufolge sollen im Heim Phönix die bisher noch nie positiv getesteten Bewohner und die übrigen Mitarbeiter am 9. Januar durch die mobilen Impfteams des BRK geimpft werden.

Zum Stand der Impfungen im Landkreis allgemein, teilte das Landratsamt am Freitag mit, 186 Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie 91 Mitarbeiter in diesen seien bislang geimpft. Zudem zählten 70 Mitarbeiter der höchsten Priorisierung in der Klinik Kitzinger Land, darunter auch einige Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen, zum Kreis derjenigen, die eine erste Impfdosis erhalten haben. Über die Impfbereitschaft könne aktuell keine Aussage getroffen werden, heißt es seitens der Kreisbehörde.

Im AWO-Heim ist nur ein Wohnbereich betroffen

Zur Lage in weiteren Senioreneinrichtungen im Landkreis berichtete das Landratsamt, dass die Testung von Bewohnern und Personal der Senioreneinrichtung der Arbeiterwohlfahrt in Marktbreit mit insgesamt 230 Tests am 4. Januar positive Befunde bei fünf Mitarbeitern und neun Bewohnern ergab. Alle anderen Tests fielen negativ aus. Vom Ausbruch ist dort nur ein Wohnbereich betroffen. Das Gesundheitsamt betreue die Einrichtung eng und es gab eine Begehung mit dem LGL, so das Landratsamt. Ein Impfteam habe zudem einen Teil der Einrichtung mit Impfstoff versorgt.

Zur Frage der Versorgung des Landkreises mit Corona-Schnelltests, antwortet das Landratsamt auf eine Anfrage dieser Redaktion, dass ihm aktuell keine Engpässe bezüglich der Verfügbarkeit von Antigen-Schnelltests bekannt sei. Wie viele Schnelltests im Landkreis durchgeführt wurden, sei unbekannt. Der Freistaat Bayern liefere in regelmäßigen Abständen ein gewisses Kontingent an Schnelltests, welches das Landratsamt über den Katastrophenschutz kostenfrei an die Heimeinrichtungen weiterverteilt. Bis jetzt waren dies 25 800 Tests, die auch im Landkreis verteilt wurden, darunter 5400 Tests, die dieser Woche geliefert wurden.

Einrichtungen müssen Schnelltests selbst organisieren

Darüber hinaus könnten Einrichtungen Schnelltests selbst beschaffen und diese mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, berichtet das Landratsamt. Laut Gesetz stünden den Einrichtungen ein gewisses Kontingent an Schnelltests zu. Die Einrichtungen seien verpflichtet, die Tests für ihre Mitarbeiter zu organisieren. Allerdings gelte dies nicht zwingend für Besucher der Einrichtungen, so das Landratsamt. Diese müssten sich in eigener Verantwortung und gegebenenfalls auf eigene Kosten testen lassen, etwa beim BRK in Kitzingen, bei Hausärzten oder weiteren Anbietern.

Kostenfrei seien dagegen für alle Einwohner Bayerns PCR-Tests an den Teststrecken, wie der in Albertshofen, verweist die Behörde. Deren Ergebnisse lägen nach bisherigen Erfahrungen in der Regel nach 24 bis 48 Stunden vor.

Aktuelle Corona-Zahlen

Im Landkreis Kitzingen gibt es (Stand: 8. Januar, 11.30 Uhr) seit Beginn der Pandemie 1562  (Vortag: 1552) bestätigte Corona-Fälle. Von diesen gelten 1371 (1367) Infizierte als mittlerweile gesund und 154 (150) als akute erkrankt (Corona-Indexfälle). 37 (35) sind gestorben. 99 (102) Menschen befinden sich als Kontaktpersonen 1 aktuell in Quarantäne.
Quelle: Landratsamt