Normalerweise kommen Anja Baumann und Sebastian Strnad auf andere Weise auf einen Berg. Und in anderer Kleidung. Am Sonntag fuhren sie mit dem Auto zum neuen und bis auf einige technische Arbeiten fertigen terroir f-Punkt auf den Schwanberg, um sich trauen zu lassen.

Zwischen Wald und Weinbergen ist ein magischer Ort entstanden, ideal für Trauungen. Deshalb hat die Gemeinde Rödelsee diesen Ort auch für standesamtliche Trauungen gewidmet. Doch zurück zum Brautpaar: Anja Baumann (39) und Sebastian Strnad (33) laufen normalerweise auf einen Berg. Beide lieben natürlich sich, aber auch den Laufsport. Ihre beider Namen erscheinen auf den Läuferlisten der Turngemeinde Kitzingen.

Im Fitnessstudio kennengelernt

Einen Berg hinauf kann man auch einmal mit Sandsäcken oder schweren Ketten behängt laufen. Sebastian sei noch extremer, meint Anja Baumann und lacht. Er macht nämlich Strong Viking, eine besondere Art des Hindernislaufs, der eine große Fangemeinde hat, nicht nur, weil es da auch einmal durch Schlamm geht. Klar, dass sich die beiden beim Sport, genauer gesagt in einem Kitzinger Fitnessstudio, kennen gelernt haben.

Viereinhalb Jahre sind sie jetzt zusammen. Mittlerweile wohnen sie im neuen Rödelseer Baugebiet Schlossgrund. Gebürtig aus Rödelsee wollte Anja Baumann wieder in die Winzergemeinde am Schwanberg zurück. Am Sonntag hat sie Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein nun am terroir f-Punkt getraut.

Schon drei Trauungen in der Röhre

Bei diesem magischen Ort des Frankenweins, wie dieser Ort, der sich mit dem Silvaner in Franken beschäftigt, auch genannt wird, gibt es eine begehbare "Röhre", kurz "RöRö" für "Rödelseer Röhre". Quasi ein Fernrohr, das einen herrlichen Blick über Rödelsee erlaubt. Es könnte auch ein Refraktometer sein, mit dem die Öchslegrade bei der Weinlese bestimmt werden. Wie auch immer, der Ort zieht Brautpaare schon jetzt Wochen vor der offiziellen Eröffnung magisch an.

Anja Baumann und Sebastian Strnad waren nicht ganz das erste Brautpaar am terroir f, zwei waren vor ihnen. Doch diese Paare hatten "noch etwas Baustelle" beziehungsweise "fast fertiges" terroir f, wie es Bürgermeister Burkhard Klein gegenüber dieser Zeitung beschrieb. Jetzt ist das terroir f, bis auf die Technik innen und eine noch nicht aufgestellte Bank, "so gut wie fertig".