In vielen Teilen Süddeutschlands gibt es Warnungen vor Hochwasser, und auch in Unterfranken bittet die Polizei Autofahrer, ihre Fahrzeuge von Parkplätzen nahe der Ufer zu entfernen. An der Volkacher Mainschleife zeigt sich die Hochwassersituation ziemlich entspannt. Am Sonntag bewegten sich die Wassermassen des Mains am Ufer der Weinstadt geordnet im Flussbett mainabwärts.

Die wenigen Überschwemmungen, die der Bach Volkach in den vergangenen Tagen zwischen Obervolkach und Volkach verursachte, sind zurückgegangen. Der Weinfestplatz, der bei prekären Hochwassersituationen sonst oft als erstes unter Wasser steht, ist mit Wochenbeginn nicht überschwemmt. Auch die Parkplätze an der Peripherie der Altstädte sind frei nutzbar.

Wasserkraftwerk hat eine Walze geöffnet

Etwas problematischer zeigt sich die Situation am Altmain zwischen Astheim und Gerlachshausen. Das Laufwasserkraftwerk der Rhein-Main-Donau GmbH in Volkach-Astheim, das den Oberen Main vom Altmain trennt und für einen konstanten Pegelstand auf dem abzweigenden Mainkanal in Richtung Gerlachshausen sorgt, hat eine Walze des Stauwehrs geöffnet. Dadurch ist der Pegel zwischen Astheim und Escherndorf stark angestiegen. Altmain und Obermain sind mittlerweile bei starker und gefährlicher Strömung auf dem gleichen Pegelstand. Die Folge ist, dass der Altmain an mehreren Stellen über die Ufer getreten ist und vor allem Obstbaumbestände und Mainwiesen unter Wasser gesetzt hat.

Die Wohnbebauung von Astheim, Norheim, Escherndorf und Köhler ist augenscheinlich noch nicht von den Überschwemmungen betroffen. Zwischen Escherndorf und Nordheim besteht sowieso gerade kein Fährbetrieb, da die Fähre zur Reparatur im Trockendock liegt. Ein normaler Fährbetrieb wäre aber auch wegen des Hochwassers nicht möglich. Der Parkplatz am Nordheimer Fährufer und Teile des Wohnmobilstellplatzes sind teilweise überflutet.

Wasserkraft am Main

Das Laufwasserkraftwerk der Rhein-Main-Donau GmbH in Astheim wurde 1957 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk erzeugt etwa 9,3 Millionen kWh pro Jahr, was dem jährlichen Strombedarf von rund 2840 Haushalten entspricht. Das Stauwehr hat drei absenkbare Walzen.
Quelle: fp/RMD