Die Eventanlage, die derzeit im Geiselwinder Ortsteil Rehweiler entsteht, beunruhigt die Bürger vor Ort. Dort hat mit Dieter Öchsner ein Investor den ehemaligen Waldgasthof gekauft, wie auch insgesamt 35 000 Quadratmeter Grund. Neben der Gaststätte sollen ein Eventhotel mit 49 Zimmern, eine Eventscheune sowie ein riesiger Außenbereich mit weiteren Attraktionen die Anlage zur Topadresse für Feierlichkeiten im Steigerwald machen, wie die Internetseite es beschreibt.

Die etwas vollmundige Werbung auf der Homepage stieß vielen Bürgern auf, wie sich später herausstellte. Auf Skepsis bei den Rehweilerern stößt gerade der zweite Bauabschnitt, in dem unter anderem ein Freizeitgelände im Außenbereich vorgesehen ist. Wie aus der Versammlung zu hören war, befürchten die Bürger, dass es dann mit der Ruhe im 250-Einwohner-Dorf vorbei sei.

59 Einwohner kommen zum Infoabend

Um die Gemüter zu beruhigen, hatte die Gemeinde nun zur Information mit dem Besitzer Dieter Öchsner geladen. Darauf hatten viele gewartet: 59 Bürger aus dem Ort kamen in die Eventhalle des Autohofs Strohofer. Die riesige Halle hatte Bürgermeister Ernst Nickel als Versammlungsort ausgesucht, um in Zeiten der Corona-Vorschriften sicherzugehen.

Dort erläuterte Investor Öchsner, was er vorhat und stellte sich den meist kritischen Fragen der Bürger. Dazu erteilten die Vertreter der Gemeinde und des Planungsbüros Auskunft über den aktuellen Stand sowie über den weiteren Gang der Planung.

Kühl war es in der riesigen Halle und die Mikrofonanlage funktionierte zunächst nicht, was das Ganze für die Vortragenden wie auch die Zuhörer erschwerte. Erst später, als der Bürgermeister eine kleine gemeindliche Lautsprecheranlage holen ließ, ließ sich den Redebeiträgen im Saal besser folgen.

Zunächst stellte Bürgermeister Nickel heraus, dass die Veranstaltung rein zur Information diene. Die Entscheidungen obliegen später dem Gemeinderat. Nickel wies darauf hin, dass er die Argumente beider Seiten berücksichtigen müsse. „Ich bin für die Bürger, aber auch für die Gewerbetreibenden da.“

Genehmigung bereits im März 2019

Verwaltungsleiter Wilfried Hack trug zum Thema Baurecht einiges vor. Die Genehmigung zum ersten Bauabschnitt mit der Sanierung der ehemaligen Waldgaststätte und dem Bau des Eventhotels sei bereits im März 2019 erfolgt.  Für den zweiten Abschnitt habe man als Vorgabe bekommen, dass die Gemeinde das Baurecht über eine Änderung des Flächennutzungsplanes herstellen müsse. Die Stellungnahmen der Behörden und von privater Seite liegen vor. Im Gemeinderat wurden die Beschlüsse dazu bisher zurück gestellt, man wolle erst die Versammlung mit den Bürgern abwarten, so Hack.

Er wies darauf hin, dass die heiklen Punkte Lärmschutz und der angrenzende landwirtschaftliche Betrieb nach den gesetzlichen Vorgaben abgehandelt werden. Vom Planungsbüro, das die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes erstellt, informierte Dieter Roppel. Er machte deutlich, dass Events in einer Größenordnung wie beim Autohof Strohofer in Rehweiler nicht möglich seien.

Das betonte auch Investor Dieter Öchsner in einem leidenschaftlichen Vortrag. Er wolle in Rehweiler eine attraktive Anlage schaffen, um Gäste anzulocken.  Das Projekt in Rehweiler liege ihm am Herzen, er habe bereits einige Auflagen bekommen, die er einhalte. Er sei in vielen Dingen bereits entgegengekommen und zeige Bereitschaft zum Gespräch.

„Wir liegen bei allem im gesetzlichen Rahmen und sogar weit darunter. Was kann ich noch tun, um Sie zufrieden zu stellen?“
Dieter Öchsner, Investor und Bauher der Eventanlage in Rehweiler

Viel mehr als er bereits getan habe, könne er nicht entgegenkommen. „Wir liegen bei allem im gesetzlichen Rahmen und sogar weit darunter. Was kann ich noch tun, um Sie zufrieden zu stellen?“, wandte er sich an die Bürger in der Halle. Er habe seine Pläne stets offen gelegt, so Öchsner. „Ich war die ganze Zeit nur ehrlich. Ich will Frieden, nicht deswegen die ganze Zeit streiten.“

Die Veranstaltungen seien auf maximal 300 Gäste dimensioniert, beantwortete Öchsner eine Frage. Eine Bürgerin fürchtete, dass sie in ihrem Garten keine Ruhe mehr habe, wenn die Anlage steht. „Sie haben das Recht, in ihrem Garten zu sitzen und ich habe das Recht, meine Gaststätte zu betreiben“, hielt Öchsner entgegen. Wilfried Hack von der Gemeinde verwies auf die gesetzlich vorgegebenen 60 Dezibel tagsüber bis 22 Uhr, beziehungsweise 50 Dezibel nachts, die einzuhalten seien. Größere Veranstaltungen müsste die Gemeinde jeweils gesondert genehmigen, fügte Bürgermeister Nickel an.

Fragen zu Parkplätzen und der Zufahrt

Etliche weitere Fragen, wie zu den Parkplätzen, der Zufahrt, oder zum Erhalt der Natur am und im Gelände, stellten die Versammlungsteilnehmer. Planer Dieter Roppel wies erneut darauf hin, dass die Behörden dem Bauherrn genau auf die Finger schauten. „Es gibt einen klaren Rahmen, er hat klare Auflagen.“

Später schilderte Verwaltungsleiter Hack, dass man erst am Anfang des Verfahrens für den zweiten Bauabschnitt stehe. Es folge nun eine zweite Anhörung zum Flächennutzungsplan, erst dann werde der Bebauungsplan aufgestellt. Das sei der entscheidende, denn dort werden, so Hack, die Details festgelegt. Auch hier haben die Bürger Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Als nächster Schritt werde der Gemeinderat in der November-Sitzung über den Flächennutzungsplan befinden.

Gegen Ende der über zweistündigen Versammlung wurde es noch einmal hitziger von Seiten der Bürger. Die Argumente drehten sich jedoch im Kreis, so dass Bürgermeister Nickel den Abend beendete.