Das Thema Kindergarten sorgte in der Sitzung des Geiselwinder Gemeinderats für eine hitzige Debatte. Seit längerem ist der Kindergarten St. Burkhard in Geiselwind überbelegt. Aktuell bietet der in kirchlicher Trägerschaft befindliche Hort 75 Kindergarten- und 24 Krippenplätze.

Allein für die zwei Krippengruppen gibt es eine Warteliste mit 17 Kindern. Laut Bürgermeister Ernst Nickel gehen die Prognosen von einem weiterhin steigenden Bedarf aus. Eine erst im Mai erstellte Bedarfsanalyse für die Kindergarten- und Krippenplätze brachte als Ergebnis, dass doppelt so viele nötig sind. Der gesamte Bedarf wurde nun mit 150 Kindergarten- und 48 Krippenplätzen errechnet. In diese flossen die neuen Bau- und Gewerbegebiete mit ein, um die Geiselwind derzeit wächst.

Katholische Kirche verhängt Baustopp und ist zu Gesprächen nicht bereit

Spätestens mit der Bedarfsanalyse sind die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Der Träger, die katholische Kirche in Form des Erzbistums Bamberg, zeigte sich kaum gesprächsbereit und hat eh einen generellen Baustopp verhängt. Trotz des Bedarfs lehnt die Erzdiözese jede Erweiterung in baulicher, personeller oder betreuungstechnischen Hinsicht ab.

Die Gemeinde muss von gesetzlicher Seite jedoch tätig werden und eine Notgruppe einrichten. Das soll zum Übergang wohl in der Schule geschehen, wie Bürgermeister Nickel informierte.

Das geplante Vorgehen der Gemeinde scheitert also an der Diözese. "Wir wollten es wie bisher machen, Gemeinde und Kirche bauen an, Träger ist die Kirche", schilderte Bürgermeister Nickel. Das klappt nicht, die politische Gemeinde schlägt nun einen eigenen Weg ein. Sie will einen weiteren Kindergarten errichten und sich dafür einen anderen Träger suchen. Beim bisherigen Hort werde die Kirche weiterhin die Trägerschaft behalten, hieß es.

Zwischen Schule und bisherigem Kindergarten soll der neue entstehen

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung stand der Beschluss zum Bau einer neuen Kindertageseinrichtung mit insgesamt fünf Gruppen (drei Kindergarten, zwei Krippe) auf dem Grundstück zwischen der Schule und dem bestehenden Gebäude. Diese Fläche habe man ja zur Verfügung, "ein Riesen-Vorteil", so Verwaltungsleiter Wilfried Hack. Auch deswegen sei der Neubau die optimale Lösung, die Diözese lehne außerdem ja einen An-, oder Umbau ab.

Gemeinderätin Margot Burger monierte, sie benötige mehr Informationen und könne so ein Projekt nicht ohne weiteres "durchwinken." Zudem befürchte sie bei einem Neubau und dann zwei Kindergärten, dass eine Konkurrenzsituation entstehen könne. Sie sorge sich, dass die Gemeinde später in den alten Kindergarten kaum mehr Geld investieren werde.

Gemeinderat spricht sich am Ende für einen Neubau aus

Bürgermeister Nickel verwies in der Debatte auf die Rechtslage, an die sich die Gemeinde halten müsse. Die Gemeinderäte sprachen sich schließlich für einen Neubau aus. Das sei auch aufgrund der hohen staatlichen Förderung am vernünftigsten, meinte Ratsmitglied Michael Hofmann.

Bei den Beschlüssen erkannte das Gremium zunächst den Bedarfsplan an. Das neue Haus solle für drei Kindergarten-, und zwei Krippengruppen ausgelegt sein. Die Verwaltung wird die Planung nun ausschreiben, Förderanträge werden gestellt. Außerdem wird die Trägerschaft ausgeschrieben.

In einer früheren Version stand, dass das Erzbistum Bamberg sich auch bei einer Notgruppe kaum gesprächsbereit zeigt. Das ist so nicht richtig.