Der jährliche sozialethische Workshop des KKV (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) fand zum ersten Mal im Kitzinger Dekanatszentrum statt. Mehr als vier Stunden diskutierten die etwa 30 Teilnehmer anhand von zehn Kernsätzen Thesen des Zukunftsforschers und Wirtschaftsjournalisten Erik Händeler, der gleichzeitig zweiter Vorsitzender des KKV Landesverbands ist.

Händeler vertritt in seinem Buch „Himmel 4.0“ die Ansicht, die Digitalisierung beinhalte eine neue Chance für das Evangelium. Ziel der Veranstaltung war die Erarbeitung eines KKV Positionspapiers, wie es im Schreiben an die Presse heißt.

Digitalisierung verändert auch die Kirche

Technik allgemein und Digitalisierung im Besonderen veränderten nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch Gesellschaft und Kirche. Beispiel dafür sei der vielfache Einsatz des Handys – auch im privaten Bereich. Im Arbeitsleben werden viele Tätigkeiten von Computern oder Robotern übernommen. Der Mensch werde aber nur bis zu einem bestimmten Grad ersetzt, denn er macht sich die Arbeiten der Geräte zu nutzen: Wertet Ergebnisse aus, ordnet in Zusammenhänge ein, fügt sein Spezialwissen dem Wissen eines anderen Spezialisten bei. Seine Tätigkeit verlagert sich zunehmend auf eine andere Ebene, in der es – unter Umständen mehr als bisher- auf gute Kommunikation untereinander ankomme.

Effizientes Arbeiten und wirtschaftlicher Erfolg hängen ab von der fachlichen Kompetenz, der Motivation und der Kooperationsfähigkeit der einzelnen Mitarbeiter. Umgang und Verständigung müssen ehrlich, sachbezogen und transparent erfolgen, Auseinandersetzungen sachlich, wertschätzend und respektvoll geführt werden. Überall da, wo Menschen zusammenarbeiten, fließen auch ihre unterschiedlichen Wertvorstellungen ein, die geprägt sind von Erziehung, Kultur, Religion, so die Pressemitteilung weiter.

Schlüsselrolle für christliche Haltung 

Genau in diesem Bereich könnte einer christlichen Haltung – wie sie im Evangelium dargelegt sei – eine Schlüsselrolle zukommen: Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Unterstützung von Schwachen seien genau die Tugenden, die Jesus von uns fordert. Gleichzeitig seien das aber auch die Eigenschaften, die sich besonders positiv auf jede Art von Kooperation auswirken und damit eine effiziente Arbeit und wirtschaftlichen Erfolg begünstigen.