Georg Paul feierte am 14. August im Kreise seiner großen Familie in Wiesenbronn seinen 90. Geburtstag. Dem Jubilar gratulierten außerdem die Vorsitzenden verschiedener Vereine; der Posaunenchor brachte ein Ständchen dar und Bürgermeisterin Doris Paul überbrachte die Grüße der Gemeinde. Georg Paul blickt auf ereignisreiche Jahre. Auf dem Bauernhof aufgewachsen, musste er beizeiten viele Arbeiten zuhause übernehmen. Nach der Schulzeit wurde er wie auch sein Bruder zum Militärdienst eingezogen. Eine harte Zeit begann. Georg Paul kam in Gefangenschaft und musste in einem Kohlebergwerk 500 Meter unter Tage arbeiten. Essen war rar und so halfen sich die Gefangenen selbst, aßen zum Teil auch kleine Kohlestückchen, wie sich Georg Paul erinnert. In der Fremde traf er einen Wiesenbronner, der durch eine Krankheit nicht mehr laufen konnte – und trug diesen über das Jalta-Gebirge Richtung Heimat. Leider verstarb dieser auf dem Wege. Erst nach acht Jahren Gefangenschaft kehrte Georg Paul nach Wiesenbronn zurück.

Gerne wäre er Fernfahrer geworden, doch zuhause wartete die Landwirtschaft auf ihn, die er übernehmen musste. Er lernte seine Frau Martha Dappert aus Gülchsheim kennen. Die beiden heirateten 1951 – vier Kinder wurden dem Ehepaar geschenkt, dazu elf Enkel und vier Urenkel. Seit einer Hüftoperation vor 30 Jahren kann er nur noch mit Krücken laufen, ein weiterer Schicksalsschlag war der Tod seiner Frau im Jahr 1998. Umso mehr genießt Georg Paul es, in seinem Haus – umsorgt von seinen Kindern – leben zu können. Foto: Paul