Bei der ersten Bürgerversammlung seit 2019 hatte Rüdenhausens Bürgermeister Gerhard Ackermann einiges zu berichten. Im Anschluss an seine Ausführungen hatten die rund 30 anwesenden Bürgerinnen und Bürger zu manchen Punkten Nachfragen. Im Mittelpunkt stand dabei meist das Thema Parken und Straßenverkehr im Ort und vor allem im Ortskern.

Gerade dort hat sich durch den Fortschritt der Dorferneuerung einiges zum Positiven verändert. Das ist in der auf mittlerweile 1038 Einwohner (Hauptwohnsitz 905 Einwohner) angewachsenen Gemeinde an vielen Stellen zu erkennen.

Seit 2011 läuft die Dorferneuerung. Nachdem das zweite von insgesamt drei Maßnahmenpaketen aktuell noch läuft, sind es laut Bürgermeister Ackermann 2,171 Millionen Euro, die im Zuge des Förderprogramms in die Gemeinde investiert wurden. Der Anteil der Kommune betrug 951.620 Euro, der Rest floss über Zuschüsse.

Gelungene Projekte

"Es ist also doch sinnvoll gewesen, auch wenn wir dadurch eine höhere Verschuldung haben. Es fließen erheblich mehr Zuschüsse, als das, was die Kommune zahlen muss", stellte das Gemeindeoberhaupt fest. Es freue ihn, dass in dem Zug auch bereits einige Bürger ihre Gebäude oder Anwesen herrichten. Es gebe bereits einige gelungene Projekte, er wünsche sich noch weitere. All das trage zu einer positiven Veränderung der Gemeinde bei. Von dieser "herausragenden Aufwertung des Ortsbildes", so Ackermann, würden auch die kommenden Generationen noch profitieren.

Der Bürgermeister teilte mit, dass für das dritte und abschließende Paket laut einer Kostenschätzung weitere 1,326 Millionen Euro vorgesehen sind.

Im Zuge des Ganzen wurden zuletzt die Wasserleitungen im Altort von Rüdenhausen erneuert. Zusammen mit dem Verlegen der Leerrohre für Glasfaser habe das Ganze 2,677 Millionen Euro gekostet. Die Förderung wird sich auf 379.000 Euro belaufen, den Rest steuert die Gemeinde bei, auch durch Ergänzungsbeiträge der Bürger.

Finanzen und Haushalt

Ackermann ging in seinen Ausführungen auf die Finanzen und den Haushalt der Gemeinde ein. Der Schuldenstand wird sich Ende des Jahres auf 1266 Euro pro Einwohner belaufen. Für die Wasserversorgung wurde ein Kredit über 374.030 Euro aufgenommen. An Rücklagen hat Rüdenhausen 753.283 Euro. Für dieses Jahr wurde ein Etat mit insgesamt 4,299 Millionen Euro festgelegt. Das Investitionsprogramm umfasst 2,5 Millionen. Darin sind unter anderem die Erschließung von Gewerbeflächen und die Dorferneuerung enthalten. Außerdem ist die Ausweisung eines neuen Baugebiets vorgesehen.

In der Versammlung streifte Bürgermeister Ackermann auch Probleme, wie die knappe Besetzung der Feuerwehr tagsüber. Zum lange ersehnten Radweg nach Wiesenbronn werde weiterhin über mögliche Trassen diskutiert. Eine Realisierung sei, so Ackermann, nicht vor 2025 möglich.

Bei den Fragen der Bürger monierte Tobias Maier, dass die Rechts-vor-Links-Regelung, die nun im Ort gelte, von vielen Autofahrern nicht registriert werde. Außerdem hielten sich viele nicht an das ebenso geltende Tempo 30. Er schlug Warnbaken oder das Aufmalen von 30 auf den Straßen vor Christian Meyer fragte nach einer Verkehrsüberwachung, nur Schilder aufzustellen brächte nichts.

Stellplätze gegen Gebühr

Zum Thema parkende Fahrzeuge gestand Bürgermeister Ackermann, dass die Situation gerade in den Hauptstraßen "nicht befriedigend" sei. Tobias Maier sprach den Bereich am Casteller Hof an. Er regte an, dass die Gemeinde künftig Stellplätze gegen Gebühr ausweisen solle, wenn ein Vermieter nicht genügend Fläche dazu habe. Wolfgang Muther missfiel, dass häufig Dauerparker auf dem Kirchplatz stünden.

Wilhelm Pfeiffer erinnerte daran, dass auf den Urnengräbern auf der Friedwiese lediglich eine Platte, aber kein Blumenschmuck oder Kerzen, erlaubt seien. Schließlich bedankte sich der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Rebitzer im Namen der Bürger bei Ackermann für dessen Arbeit zum Wohl der Gemeinde.