Hella Barthel wurde am 24. März 1932 in der Dettelbacher Hutergasse geboren. Als sie sieben Jahre alt war, begann der Zweite Weltkrieg. Nachdem ihr Vater in Russland gefallen war, nahm sich Hellas Onkel Georg Graber der Familie an. Georg Graber, der von 1948 bis 1966 Bürgermeister der Stadt Dettelbach war, war für Hella wie ein zweiter Papa.

Mit 19 Jahren verschlug es die Dettelbacherin nach England, wo sie ein Jahr bei einer Familie als Au-Pair-Mädchen arbeitete. Dort lernte sie die englische Sprache, die sie noch heute gut beherrscht. 1952 kehrte sie auf Wunsch ihrer Mutter wieder zurück in die Heimat und begann das Unternehmen der Familie auszubauen. Unterfranken gehörte zur Amerikanischen Zone und damals sprachen nicht viele Einheimische englisch. So konnte sie ihre Kenntnisse nutzen.

Anfangs fuhr sie mit dem Fahrrad nach Kitzingen, holte dort schmutzige Wäsche ab und wusch sie in einer kleinen Mietwaschküche. Durch ihren Geschäftssinn wurde sie schnell erfolgreich und Hella Barthel gründete bald ihre eigene Wäscherei in Dettelbach. Im Deutschland der Nachkriegszeit war der Bedarf an frisch gewaschener Wäsche groß und so erarbeitete sie sich ein Leben mit vielen Reisen, z.B. nach Italien. Nach über 50 Jahren ging sie in den Ruhestand und überließ die Arbeit in der Wäscherei ihrem Sohn und dessen Frau.

Aus Hella Barthels erster Ehe stammt eine Tochter, aus der Ehe mit Georg Barthel, ihrem späteren Ehemann, gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Mittlerweile ist sie Oma von sechs Enkelkindern und Uroma von acht Urenkeln.

Ihr ganzes Leben schon widmet sich Hella Barthel mit Freude handarbeitlichen Tätigkeiten wie Stricken, Nähen aber auch der Gartenarbeit, dem Kochen und Backen. Mit ihren 90 Jahren verbringt Hella Barthel ihre Zeit noch immer zu Hause und ist kaum auf Hilfe angewiesen. Auch heute kümmert sie sich noch mit Freude um ihren Garten. Auch den Geburtstagskuchen, eine große Schwarzwälder Kirschtorte, hat sie selbst gebacken.

Zum Jubeltag am 24. März gratulierte ihr dritter Bürgermeister Manfred Berger und überbrachte Glückwünsche im Namen der Stadt Dettelbach.